Hundehotel Platzhirsch: Tierisch erholsam

Die Ferienanlage für den Hund ist mit Terrasse und Pool ausgestattet. | Foto: Ines Gofferjé

In den Ferien lockt die Ferne. Doch nicht immer kann der geliebte Vierbeiner mitreisen. Im Fünf-Sterne-Hotel von Rainer Gammel und Ines Gofferjé kann der Hund sich verwöhnen lassen, während Herrchen Urlaub macht.

Amy freut sich sichtlich auf ihren Urlaub. Kaum angekommen, begrüßt sie begeistert die übrigen Gäste und überlässt Herrchen Gepäck und Check-in-Formalitäten. Hotelier Rainer Gammel nimmt die Hundedame herzlich in Empfang – schließlich ist sie Stammgast. Für fünf Tage steigt sie diesmal im Hotel Platzhirsch in Kettwig ab, um mal so richtig auszuspannen, während Herrchen seinen Geschäften nachgeht. „Da ich viel unterwegs bin, weiß ich sie hier in guten Händen. Wenn sie zurückkommt, ist sie total entspannt und schläft viel, weil sie das Ausflugsprogramm so genossen hat“, sagt Amys Besitzer, bevor er sich verabschiedet.

Handverlesenes Publikum

Sein Liebling ist bereits angekommen. Nach den Strapazen der Reise und der aufregenden Ankunft hat sich die Hündin genüsslich auf dem ausladenden Ledersessel ausgestreckt und genießt die sanfte Massage von Rainer Gammel. Dem Hotelier aus Leidenschaft ist das Wohl seiner Gäste besonders wichtig. „Wir betreuen sie rund um die Uhr.“ Dabei ist er je nach Tageszeit Koch und Kellner, Spa-Beauftragter und Animateur.Nach dem Aufstehen regt zunächst die Morgengymnastik den Kreislauf der vierbeinigen Gäste an. Da Bewegung hungrig macht, haben sie sich anschließend ein Frühstück verdient – jeder nach seinen Gewohnheiten. „Amy frisst beispielsweise so schnell, dass sie sich verschluckt. Deshalb verteilen wir ihr Futter.“ Damit sich die Tiere wie zu Haus fühlen, bringen sie ihre Verpflegung gleich mit. Die kann zuweilen auch etwas extravagant ausfallen. „Als Timmi zum ersten Mal hier war, hat er mit einer eigenen Parmesan-Reibe eingecheckt“, berichtet Ines Gofferjé und streichelt dem beleibten Beagle liebevoll über den Kopf.Die Essenerin hat zwar eine eigene Boutique mit exklusiver Hundeausstattung, unterstützt ihren Mann jedoch auch im Hotelbetrieb. „Das ist viel Arbeit, denn wir putzen die Räume täglich und beziehen auch die Betten frisch.“ Einzel- oder Doppelzimmer – die Frage stellt sich nicht, die Vierbeiner buchen im Platzhirsch generell die Gruppenunterkunft mit Wellness-Programm. Das beginnt nach dem Essen mit einem ausgedehnten Schläfchen. „Wir lassen die Hunde bewusst zwei bis drei Stunden ruhen, um die Gefahr einer Magendrehung auszuschließen“, betont Rainer Gammel. Erst um die Mittagszeit beginnt er mit dem Programm auf dem Außengelände.

Rainer Gammel pflegt eine sehr persönliche Beziehung zu seinen Gästen | Foto: Dominique Schroller

Der großzügige Garten im englischen Landhausstil bietet mit 10 000 Quadratmetern nicht nur viel Fläche, sondern auch einen Schwimmteich nebst Sonnenterrasse und Liegestühlen. Die muss niemand per Handtuch reservieren, es sind genügend da. Denn Massentourismus gibt es auf der gepflegten Anlage nicht. Das Publikum ist handverlesen. „Wir nehmen während der Saison maximal zehn Gäste gleichzeitig auf. Sonst können wir dem Einzelnen nicht mehr gerecht werden“, betont Rainer Gammel. Er sorgt mit verschiedenen Bewegungs- und Spielangeboten für die Unterhaltung der Tiere. „Amy hat bei uns ihr Seepferdchen gemacht und schwimmt inzwischen richtig gut“, berichtet er lachend. Bis zum späten Nachmittag organisiert er den Aufenthalt auf der Außenanlage, anschließend serviert er das Abendessen. „Wenn ich danach den Fernseher anmache, liegen sie alle um mich herum und ruhen sich aus. Um 22 Uhr gehen wir das letzte Mal in den Garten, danach ist Nachtruhe.“Die Vierbeiner schlafen weich gebettet auf orthopädischen Kunstleder-Matratzen, einige lassen sich sogar zudecken. „Manche frieren sonst nachts, obwohl wir Fußboden-Heizung haben“, sagt Ines Gofferjé. Sie macht zwischendurch Fotos und Filme von den Hunden, so dass Herrchen und Frauchen stets im Bilde sind, wie es ihren Lieblingen geht und ob sie ihren Urlaub auch wirklich genießen. Die meisten Gäste können sich gut riechen und genießen die Gruppendynamik. „Wir nehmen nur sozialverträgliche Tiere, die sich gut integrieren lassen und machen keine Blind Dates.“

Neulinge müssen sich vor dem ersten Aufenthalt persönlich in Essen vorstellen. Für viele Besitzer ist das häufig mit erheblichem Aufwand verbunden, denn längst nicht alle wohnen in der Region. „Wir haben Kunden aus Thüringen, Stuttgart, Hannover und Berlin“, berichtet Ines Gofferjé. Sie schätzen die intensive Betreuung ihrer Lieblinge, deren Eigenheiten und Bedürfnisse sie in den Anreiseformularen genau vermerken können. Auf Wunsch veranstalten die Gastgeber sogar tierische Geburtstagspartys samt Torte. „Unsere Hundekuchen bestehen aus einem Biskuitboden, Bananen, Frischkäse und Cocktailwürstchen“, sagt Rainer Gammel. Er weiß aus Erfahrung, was die Tiere lieben. „Die Liebe fing schon mit dem Schäferhund meiner Oma an. Da war ich sechs.“ Manchmal fällt es sogar schwer, die Gäste wieder gehen zu lassen. Da tut es gut zu wissen, dass die meisten im nächsten Urlaub wiederkommen. Dominique Schroller

Charlottenhofstraße 46, 45219 Essen

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