Flowmarkt: Die Mischung macht's

Bunte Mischung: Flowmarkt | Foto:fisch&apfelmus

Flowmarkt heißt das neuste und heiß begehrte Markt-Konzept, dass auf dem Dortmunder JunkYard erblüht. Das junge Team will die Mischung aus Trödel-, Design- und Food-Markt nun auch in andere Städte der Region bringen. Der 24jährige Marktmacher Stefan Holewa verriet Lukas Vering im Gespräch, wo es hingehen soll, warum das Konzept Flowmarkt und der Flohmarkt an sich wieder so beliebt sind.

Breites Angebot | Foto: fisch&apfelmus

Was genau ist der Flowmarkt und wie unterscheidet er sich von anderen Flohmärkten?

In erster Linie ist der Flowmarkt gar kein Flohmarkt, sondern viel mehr eine Mischung aus Trödelmarkt, Designmarkt und Street Food Markt, bei der auch live DJs auflegen und Bands spielen. Unsere Trödelhändler dürfen dabei nur Vintage- und Second-Hand-Waren anbieten. Neuwaren finden sich nur bei unseren Händlern, das sind dann etwa junge Designer, Upcyclingkünstler oder coole Start-Ups. Dazu kommen dann etwa fünf bis acht Food-Stände. Das Angebot soll einfach einen gewissen Charme haben.

Wer verkauft denn bei euch?

Dabei sind zum Beispiel zwei junge Designstudis aus Dortmund, die unter dem label basicApe faire Klamotten made in Germany verkaufen. Oder zwei Kollegen von uns, die als Schreiner echt wahnwitzige Sachen aus Holz herstellen. Auch Start-Ups wie O’Donnels Moonshine aus Berlin, die selbstgebrannten Schnaps dabei haben, finden sich auf dem Flowmarkt.

Stefan Holewa
| Foto: Flowmarkt

Wie kam denn überhaupt die Idee dazu, so einen Markt zu machen?

Theo und Lara, die anderen beiden Teammitglieder, waren in Berlin unterwegs und sind da auf einen dieser Mädchenflohmärkte gestolpert, als das Ding noch relativ neu war. Damals gab es dann schon die Idee, sowas auch mal hier zu machen, aber erst als Theo seinen Job bei der Bank gekündigt hat, um irgendwas selbstständig auf die Beine zu stellen, kam die Idee wieder auf. Da waren Mädelsflohmärkte schon überall aus dem Boden gesprossen, die Food-Festivals waren auf dem Vormarsch und wir haben uns gedacht: Vereinen wir doch einfach ein paar von diesen Konzepten!

Vintage, Second-Hand-Ware und mehr
| Foto: Flowmarkt

Die Like-Zahlen auf Facebook sind ein guter Indikator dafür, dass die Leute das Konzept gut annehmen – was gefällt den Besuchern so besonders gut am Flowmarkt?

Stimmt – für unseren nächsten Termin interessieren sich schon 12000 Leute. Ehrlich gesagt: Wir wissen selber nicht, wo die Leute herkommen. Anscheinend haben wir da einfach einen Nerv getroffen, etwas gefunden, worauf die Leute einfach Lust haben. Beim ersten Markt hatten wir schon immensen Zulauf, beim zweiten noch mehr – damit haben wir wirklich nicht gerechnet. Vielleicht liegt es daran, dass wir nicht nur eine Sache anbieten, sondern mehrere Konzepte vereinen. Aber die Atmosphäre stimmt auch einfach: Die Leute sind nicht nur über den Markt getrödelt und wieder gegangen, sondern sind ein paar Stunden geblieben. Es ist halt ein kleines gesellschaftliches Event.

Gute Laune auf dem Flowmarkt
| Foto: Flowmarkt

Am 6.5. steigt in der Bochumer Rotunde zum ersten Mal ein Flowmarkt in einer anderen Location und Stadt – was sind eure weiteren Expansionspläne?

Je nachdem wie es läuft, wollen wir im Sommer einen weiteren Termin in der Rotunde und dann noch das Gelände vom Riff als großen Außenbereich mit dazu nehmen. Außerdem wird es Ende Juli einen ersten Flowmarkt im Oberhausener Druckluft geben. Auch mit einer Location in Münster sind wir derzeit in Gesprächen. 

Was glaubst du – warum ist das Konzept Flohmarkt in den letzten Jahren zum Trend geworden?

Ich glaube, das hängt mit einem veränderten Bewusstsein der Leute zusammen. Man erkennt jetzt an, das alte Klamotten in gutem Zustand noch getragen werden können, dass es nicht immer das Neue sein muss. Viele sind auch vom extremen Massenkonsum à la Primark abgeschreckt und wollen dann gegenteilig handeln. Und ihren Individualismus unterstreichen, denn was man auf dem Flohmarkt kauft, hat mit großer Wahrscheinlichkeit kein anderer.

22.4. (11-18 Uhr), JunkYard, Dormund

6.5. (11-18 Uhr), Rotunde, Bochum

21.5. (11-18 Uhr), JunkYard, Dormund

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