Treffpunkt für Kreatives: Design-Gipfel bietet Besonderes

Design-Gipfel-Macherinnen: Katherina Lindenblatt (l.) und Anna Zeh. | Ftoto: Julia Kuhnike

Katherina Lindenblatt (*1982) und Anna Zeh (*1978) sind die Gründerinnen des Kreativmarkts Design-Gipfel, der 2010 in Münster seinen Anfang nahm und mittlerweile auch im Ruhrgebiet stattfindet. Wie aus den Designstudentinnen Eventmanagerinnen wurden, hat Julia Hubernagel von Katherina erfahren.

Was ist der Design-Gipfel?

Der Design-Gipfel ist ein Markt für Besonderes und Kleinkunst und bietet kleinen Labels eine Plattform. Dabei ist er Designmarkt und Messe in einem. Wir hoffen, dass bei unseren Märkten auch vermehrt Ladenbesitzer mit den kleinen Ständen in Kontakt geraten.

Wie hat alles angefangen?

Anna und ich haben damals selbst Kunst verkauft: Ich ausgefallene Kuscheltiere und Anna Schmuck. Kreativmärkte gab es nur in großen Städten, in den kleineren sah es schlecht aus. Dann hatte ich ein sehr frustrierendes Erlebnis, als ich auf einer Kleinkunstmesse war und überall nur spießige Leute waren, die meine Sachen viel zu schräg fanden. Da hab ich Anna eine SMS geschickt: Wir müssen selbst etwas machen, nichts wie raus hier. Der erste Design-Gipfel fand 2010 mit etwa 20 Leuten statt. Wir hatten Glück, dass so was gerade gefragt war. 2011 hatten wir 80 Leute. Nach Dortmund und Essen sind wir 2012 gegangen, in Essen waren wir von 2012 bis 2014 und sind seit 2016 wieder da. Wir würden gerne mehr in kleineren Städten machen, aber mit unserer anderen Veranstaltung, dem Mädelsflohmarkt Kleiderwirbel, haben wir auch erstmal genug zu tun.

Was ist das Besondere an dem Design-Gipfel?

Es gibt viele Kunsthandwerkmärkte, aber das sind meistens Holz-Handwerker, die dort ihre Sachen anbieten und das hauptberuflich machen. Beim Design-Gipfel ist alles kreativer, da kommen auch Leute, die das nebenher machen. Alles ist jünger, lockerer. Und wir haben immer ein Rahmenprogramm mit Live-Musik und einem DJ. Wir wollen keine cleane Messe veranstalten, bei uns ist das eher ein Gesamterlebnis.

Wie sieht der typische Design-Gipfel-Besucher aus?

Den gibt’s gar nicht. Wir dachten erst, es würden hauptsächlich Hipster kommen. Das Publikum ist aber ganz gemischt, auch Rentner besuchen den Design-Gipfel.

Was gefällt dir am meisten an deiner Arbeit?

Ich organisiere und plane sehr gern. Und ich muss gestehen, ich mache auch gerne Buchhaltung. Das darf man ja eigentlich gar nicht sagen. Also gar nicht mehr das Kreative an sich, sondern wirklich die Planung. Das ist ganz verrückt, das hätte ich früher niemals gedacht.

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