Buchtipp: Per Anhalter durch Südamerika

„Zwei Jahre, 56 000 Kilometer, ein Kontinent“ ist das Buch „Per Anhalter durch Südamerika“ untertitelt. Man könnte noch ergänzen: Zwei junge Reisesüchtige, 246 Mitfahrgelegenheiten, unzählige Begegnungen. Morton Hübbes und Rochssare Neromand-Somas Reise kreuz und quer über den südamerikanischen Kontinent begann in Essen. Denn hier studierten die beiden den Master Literatur und Medienpraxis, bevor sie die große Reise in den Süden antraten. Ursprünglich wollten sie nur in Argentinien und Chile Spanisch lernen.

Doch dann trampte das Paar auch nach Kolumbien, Brasilien, Venezuela, in viele weitere Länder und auf Inseln. Wollte nicht mehr heim, aber den Daheimgebliebenen doch von sich und ihren Erlebnissen erzählen. So starteten sie ihren Blog, der schließlich die Grundlage für das 2016 (als Teil der Reihe National Geographic) im Piper Verlag erschienene Buch bot.

Auf ihrer Anhalter-Tour lernen Morton und Rochssare die ländliche Bevölkerung in vielen Teilen Südamerikas und auch die luxuriösen Wohnviertel der Großstädte kennen. Durch Zelt und Couchsurfing übernachteten sie für wenig Geld und blieben gleichzeitig nah am Puls der jeweiligen Orte.

Das mehr als 400 Seiten dicke Buch ist im schlichten Reportagen-Stil gehalten, nimmt den Leser mit auf sämtliche Stationen der Reise, lässt ihn an den vielen großartigen Entdeckungen ebenso teilhaben wie an Chaos-Tagen und Pechsträhnen. Besondere Schmankerl sind die vielen starken Bilder im Mittelteil, die endgültig klarstellen: Das hier ist nicht die Sammlung von Blogartikeln zweier Uni-Absolventen, sondern eine starke, professionelle Reisereportage.

Per Anhalter durch Südamerika: 427 S. 16,50 Euro

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