Bio- und Kulturmarkt BIOKU eröffnet Mitte Juli in Bochum

Diese Behälter werden bald gefüllt sein | Foto: Anna Kropp

Endlich ist es soweit: Mitte Juli soll der neue Bio- und Kulturmarkt „BIOKU“ an der Herner Straße direkt in der Bochumer Innenstadt eröffnen. Damit entsteht nicht nur eine lang ersehnte Möglichkeit für unverpacktes Einkaufen, sondern auch ein Treffpunkt für nachhaltiges Leben und modernes Arbeiten in Bochum.

„Zero waste“, „low impact living“ und „Nachhaltigkeit“ – Worte die nicht nur immer mehr in aller Munde, sondern auch auf sämtlichen Social Media Kanälen ins Hashtagrepertoire jedes umweltbewussten Bloggers gehören. Der Gedanke dahinter: so wenig Abfall wie möglich herstellen, seinen Einfluss auf die Umwelt minimieren und Bewusst konsumieren. Klingt erstmal logisch. Und einfach. Aber ist es wirklich so einfach wie es klingt?

Reduce – Reuse – Recycle?

Wenn man mal in den Müll der deutschen Haushalte blickt, ist von Nachhaltigkeit nicht mehr viel zu sehen. Pro Kopf produzieren die Deutschen laut CareElite im Jahr mehr als 37 Kilo Plastik. Und auch der allseits beliebte grüne Punkt, der seit den Neunzigerjahren zum Recyceln animiert, macht leider keinen so großen Unterschied, wie das eigene Gewissen gerne mal annimmt. Der Großteil des produzierten Plastiks endet in unseren Meeren. Verendende Wale, Fische und Vögel mit dem Magen voller Plastikteilchen sind keine Seltenheit mehr. Es wird angenommen, dass im Jahr 2050 das Gewicht des in den Meeren treibenden Plastiks das der Fische übersteigen wird.

Immer mehr Menschen sind sich der Gefahren bewusst, die unser Konsumverhalten auf Mensch und Umwelt ausübt, doch spätestens beim Einkauf im Supermarkt um die Ecke bleibt oft keine andere Wahl, als verpackte Waren mit nach Hause zu nehmen. Selbst wer keine Fertigprodukte kauft, kann dem allgegenwärtigen Knistern nicht entkommen. Die eingeschweißte Salatgurke, der eingewickelte Eisbergsalat und selbst Bananen warten bereits fertig abgewogen im hübsch glänzenden Plastikgewand.

Synergie als Zukunftskonzept

Foto: Anna Kropp

Genau das soll sich aber jetzt ändern. Mit dem ersten Unverpackt-Laden in Bochum soll es auch hier ab Mitte Juli die Möglichkeit geben, bewusster und nachhaltiger einzukaufen. Mit ihrem Crowdfunding-Projekt, das seit Anfang 2017 mehr als 300 Unterstützer gewinnen konnte, wollen Theodorus Kudios und Stefan Holewa aber nicht nur unverpacktes Einkaufen für jedermann ermöglichen. Neben verpackungsfreien Lebensmitteln zum selbst Abfüllen liegt der Fokus hier vor allem auf regionalen Produkten, wie zum Beispiel Honig direkt aus Bochum oder Gemüse aus dem Windrather Tal. Was den Markt außerdem von den bereits in Essen oder Witten bekannten Unverpackt Läden abhebt: Der neue Bio- und Kulturmarkt direkt am Kortländer Kiez soll ab Herbst auch Treffpunkt für Workshops und Seminare zu Themen wie Nachhaltigkeit und Upcycling werden sowie als Coworking Space für junge Start-Ups fungieren.

Mehr als nur ein Ökoladen

Gerade durch die zentrale Lage und das vielfältige Angebot, das nicht nur Bio Produkte umfassen wird, sollen auch Studierende und einkommensschwächere Haushalte die Möglichkeit haben, ihr Konsumverhalten zu ändern. Schritt für Schritt. Jeder wie er kann und mag. „Wir haben nicht vor ein Hardliner-Ökoladen zu werden. Eines unserer Hauptziele ist es, bewusstere Alternativen zu den herkömmlichen Supermärkten zu bieten und diese für alle zugänglich zu machen" so Stefan Holewa. „Wir hoffen vor allem immer mehr Leute an das Thema Nachhaltigkeit heranführen zu können.“

Herner Str. 14, Bochum, facebook.com/BIOKUBochum

Noch mehr Nachhaltigkeit:

Unverpackt-Läden

Ressourcen sparen, Plastikmüll vermeiden und gesund in schöner Umgebung einkaufen: Unverpackt-Läden sind zu Recht voll im Trend. Ob Pasta oder Reis, Nüsse oder Schokolade, Shampoo oder Waschmittel: Wo ihr an Rhein und Ruhr in euren eigenen Mengen einkaufen und nebenbei noch etwas Gutes für die Umwelt tun könnt, erfahrt ihr hier. [mehr...]


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