Biker’s Hairdream: Bilk beinhart

Dreaming of a Helmschnitt | Foto: Christof Wolff

Mehr als fünf Dekaden existiert dieses Kleinod schon. Und all die Jahre hat es sich verdammt gut versteckt. Nun aber hat coolibri das Biker’s Hairdream aufgespürt. Mit den ebenso schicken wie überteuerten Salons der Landeshauptstadt hat das Schätzchen, das an der Karolinger Straße in Bilk auf PS-starke Kundschaft wartet, so gar nichts gemein. Zunächst hieß die Haarschneidewerkstatt übrigens schlicht „Frisörsalon“.

Dort begann vor 24 Jahren auch Frisörmeister Herbert Paluch, der den Laden bald übernahm. 2006 brachte er sein neues Hobby mit zur Arbeit. In diesem Jahr machte Paluch den Motorradführerschein. „Für den Motorsport habe ich mich schon immer interessiert“, erzählt er. Als dann die Frage aufkam, ob die Räumlichkeiten modernisiert oder „ganz anders“ gestaltet werden sollten, fiel die Entscheidung leicht: Bilder von glänzenden Renn-Motorrädern, Fahrern in Sportmontur und Autogramme zieren seitdem die Wände. Es gibt sogar ein Foto, auf dem der Haarschneider Seite an Seite mit Heinz-Harald Frentzen zu sehen ist. Im Schaufenster prangt ein Deko-Motorrad, das den Weg zu den Ondulier-Stühlen bahnt. Und neben zahlreichen Moped-affinen Bildern bestechen ein original Sechziger-Jahre-Haartrockner und Holzregale aus der „Frisörladen“-Zeit mit ihrem Charme.

„Ich bin ja eher für die Plastikbomber.“

Logisch, dass das Konzept aufgeht. Paluch hat inzwischen einen festen Kundenstamm. Fußballergebnisse und Motorräder stehen hier regelmäßig zur Diskussion. Auf die Frage, was denn die typische Bikerfrisur sei, antwortet er ebenso überraschend wie prompt: „Kurz.“ Er selbst trägt über seinem bikergerechten Kurzhaar eine schwarze Schildkappe und lacht herzlich, wenn er über seine meist männlichen Kunden erzählt. Rockabillys „mit ihren Kaffee-Racern“ finden sich ebenso im Bilker Viertel ein wie die meist betagteren „Mattenträger“. Letzter fahren dann Maschinen, in denen man sich bei gemütlicher Geschwindigkeit zurücklehnen kann. Für den 47-Jährigen noch keine Option: „Ich bin ja eher für die Plastikbomber.“ Zur Bekräftigung zeigt er auf die knallbunten, schnittigen Maschinen an der Wand. Auf solchen verbringt der Frisör seine freie Zeit. Außerdem organisiert er Kart-Rennen und ist im Fanclub des Rennfahrers Max Neukirchner aktiv. Der trägt die Haare übrigens auch kurz. Hier gilt der Paluch’sche Merksatz „Die Frisur muss unter’n Helm passen.“

Bikers Hairdream
Karolingerstr. 135
40223 Düsseldorf

Mehr aus Düsseldorf

Umfrage zur Ehe für alle

Umfrage: Ehe für alle - ja oder nein?

Die Regierung hat sich „schwer getan“, wie es Angela Merkel vor vier Jahren noch ausdrückte. Nach langem Ringen gab es jetzt aber das „Ja“ für die Ehe für alle. Gleichgeschlechtliche Paare dürfen nun das Aufgebot im Standesamt bestellen und ab dem 1. Oktober ganz offiziell heiraten – oder ihre eingetragene Lebenspartnerschaft umwandeln. Wir sind deswegen auf die Straße gegangen und wollten wissen, [mehr...]


Dunkelbunt: Street Art im Verborgenen Teil 3

Die Stadt ist bunt. Bunter als vor 40 Jahren jedenfalls. Damals malte Klaus Klinger das erste Wandbild in Düsseldorf. Hinzugekommen sind Graffiti, Sticker, Paste-ups, Seedbombs und weitere Stadtbildveränderer. Warum es gerade für die Street Art-Akteure dabei nicht nur angenehme Seiten gibt und wie sie damit umgehen, haben Pdot, seiLeise und Ich bin ARTig Nadine Beneke erzählt. [mehr...]


Dunkelbunt: Street Art im Verborgenen Teil 2

Die Stadt ist bunt. Bunter als vor 40 Jahren jedenfalls. Damals malte Klaus Klinger das erste Wandbild in Düsseldorf. Hinzugekommen sind Graffiti, Sticker, Paste-ups, Seedbombs und weitere Stadtbildveränderer. Warum es gerade für die Street Art-Akteure dabei nicht nur angenehme Seiten gibt und wie sie damit umgehen, haben Pdot, seiLeise und Ich bin ARTig Nadine Beneke erzählt. [mehr...]


Konsumartikel nach Städten sortiert