Ganz im Gleichgewicht: Massagen

| Foto: Claudius Therme, Köln

Verspannte Nacken und gereizte Nerven – der Alltag kann Körper und Seele ganz schön zusetzen. Schon seit Jahrhunderten sorgen verschiedenste Massagepraktiken überall auf der Welt für entspannte Muskeln und einen Geist im Gleichgewicht. Wir stellen Massagetechniken abseits des klassischen Rückenknetens vor.

Hot Chocolate Massage

Eine Massage mit heißer Schokolade klingt zwar erst mal nach dem kalorienlastigen Traum eines Süßwarenfetischisten, ist aber tatsächlich eine gehaltvolle Form der Körperentspannung und Hautpflege. Glättende und gesunde Stoffe sollen in der warm aufgetragenen Schoko-Mischung aus Mandelöl, Shea-Nuss-Butter und Kakao sein, mit der man während einer Anwendung einbalsamiert wird. Wissenschaftlich nachgewiesen sind etwa die anregende Wirkung von Koffein oder Aminosäure, die im Gehirn zum Glücksstoff Serotonin umgewandelt wird. Für Hautpflege sollen Magnesium, Zink, Vitamine und Theobromin sorgen. Eine bestimmte Massagetechnik liegt den Schokoanwendungen nicht zugrunde, weshalb hier diverse Angebote kombiniert werden – von der klassischen Knetmassage bis zur Lomi Lomi ist alles möglich.

Foto: Claudius Therme, Köln

Hot Stone Massage

Bei dieser populären Massagetechnik werden glatte Steine, meist aus Basalt, in einem Wasserbad erwärmt und anschließend strategisch sinnvoll auf dem Körper platziert. Dadurch sollen die Muskeln gezielt entspannt und die Durchblutung angeregt werden. Wurzeln dieser Technik finden sich auf der ganzen Welt, sowohl in asiatischen und polynesischen, als auch in uramerikanischen Kulturen. Daher gibt es auch unterschiedliche Anwendungsformen, die vom bloßen Auflegen über das Massieren mit Steinen bis zur Kombi mit Kräuterölen reichen. Auch die kontrastierende Ergänzung mit kühlen Steinen wie Marmor ist eine beliebte Variante, die die Vitalität anspornen soll.

Lomi Lomi Nui Massage

Diese Form der Massage ist im hawaiianischen Schamanismus verankert und war oftBestandteil von Initationsriten oder der Priesterweihe, weshalb sie im Westen auch als „hawaiianische Tempelmassage“ bekannt ist. Übersetzt bedeutet Lomi Lomi Nui so viel wie „besonderes starkes Kneten“, wobei bei der Behandlung neben einigen Knet- vor allem fließende, streichende Bewegungen zum Einsatz kommen, die von Händen, Unterarmen und Ellbogen ausgeführt werden. Dazu kommen Dehnungen und Streckungen des Körpers. Generell wird dazu viel Öl verwendet, oft auch hawaiinaische Musik, der Stärkegrad variiert von sanft bis kräftig, je nach Erfordernis. Ziel der sinnlichen Lomi Lomi Nui Massage ist es, die Energien im Körper zum Fließen zu bringen und Blockaden auf körperlicher und mentaler Ebene zu lösen.

Kräuterstempelmassage

Beruhend auf ostasiatischen Massagetraditionen soll diese Anwendung für ganzheitliche Entspannung sorgen. Hautpflege, Stressabbau und Schmerzlinderung zählen zu den angestrebten Effekten. Die Stempel sind faustgroße Stoffbeutel, gefüllt mit u.a. Kräutern, Gewürzen, Extrakten und Früchten, die durch heißes Öl oder Wasserdampf erhitzt werden, um dann über Körper und Gesicht geführt, gedrückt, gekreist und aufgelegt zu werden. Kombiniert wird dies durch Knet- und Streichbewegungen der Hände. Eine beliebte Methode nicht nur zur Entspannung, sondern auch zur Entgiftung.

Abhyanga

Abhyanga bezeichnet eine Massageform der traditionellen indischen Heilkunst, bekannt als Ayurveda. Abhyanga lässt sich als „Große Einölung“ verstehen, was das Prinzip dieser Massage auch schon auf den Punkt bringt: Es werden Pflanzenöle in den Körper eingerieben. Dadurch soll nicht nur die Wirkung des ausgewählten Öls erzielt werden, sondern durch eine Verbindung mit klassischen Massagegriffen auch Haut, Muskeln und Sehnen gelockert werden. Das warme Öl soll zudem für ein starkes Gefühl von Geborgenheit und somit für seelisches Wohlbefinden sorgen. Dabei gibt es verschiedene Arten der Abhyanga, die je nach Anbieter varrieren, schließlich beschreibt der Begriff im Groben nur die Einölung des Körpers. Für ein besonders authentisches Abhyanga-Erlebnis bietet sich übrigens eine Synchron-Massage an, bei der zwei Masseure in synchronen Bewegungen einölen und massieren, wie es in Indien und Sri Lanka Standard ist.

Foto: Asia Therme Korschenbroich

Stirnölguss

Den Stirnölguss kennt man in der ayurvedischen Begriffswelt unter dem Namen Shirodhara. Dabei wird warmes Öl in Pendelbewegungen auf die Stirn geträufelt. Meist besteht das Öl aus Sesam und ist mit Kräutern vermischt. Durch die ruhevolle Zeremonie soll Stress verfliegen, der Körper entspannt und letztendlich Verspannungen gelöst werden. Dazu bietet sich die Verbindung einer Kopf- und Gesichtsmassage an.

Klangschalenmassage

Nach dem Prinzip der Phonophorese läuft die Massage mit Klangschalen ab, deren Ursprung im Himalaya vermutet wird. Dabei werden besagte Schalen auf den Körper aufgesetzt und angeschlagen, der erzeugte Ton soll als Vibration in den Körper übergehen und dort im Inneren die Zellen massieren. Dadurch lösen sich, so die Theorie, körperliche wie seelische Verspannungen. Besonders beliebt ist diese Massageform in esoterischen Kreisen, die der Klangstimulation auch einen Einfluss auf Seele, Aura und Chakren zuschreiben. Wissenschaftlich ist das alles nicht; dass allein die Ruhe und Ritualität so einer Zeremonie für Entspannung sorgen kann, will aber nicht bestritten werden.

Schröpfkopfmassage

Zwar ohne wissenschaftliche Beweise, dafür aber gestärkt durch eine jahrtausendewährende Geschichte ist die Massage mit Schröpfgläsern. Diese werden auf die Haut aufgesetzt und erhitzt, so dass Unterdruck entsteht, der die Haut anzieht. Im Gegensatz zu diesem „trockenen Schröpfen“, wird beim „nassen Schröpfen“ zusätzlich die Haut angeritzt, so dass das Vakuum im Schröpfglas Blut aus dem Körper zieht. Durch diese Maßnahmen sollen Beschwerden wie u.a. Migräne, Rheuma, Bluthochdruck, Asthma, Kopfschmerzen, Depression und Rückenschmerzen aller Art behandelt werden. Bei der Schröpfkopfmassage werden die angesaugten Gläser über den eingeölten Rücken geschoben, so dass eine Durchblutungsförderung erfolgt.

Tuina

Diese chinesische Massageform verbindet Chiropraktik, Akupressur und spirituelle Konzepte. Die Technik besteht aus Schiebe- und Reibebewegungen, dazu Rollen, Klopfen und Kneifen, sowie Dehntechniken und die Druckbehandlung von besonderen Punkten, die mit Fingern, Fäusten, Ellbogen und Knien aktiviert werden. Kleine Warnung: Das kann durchaus schmerzhaft werden. Verbunden mit einer Tuina-Behandlung sollte immer ein begleitendes Training der chinesischen Kampfkunst- und Konzentrationsübungen des Qigong und Taijiquan sein. Auf der spirituellen Ebene soll das die Energie zum Fließen bringen und Blockaden der Energiebahnen auflösen, um Körper und Seele in Einklang zu bringen.

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Sauna und Sole in NRW

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