Orchideenfächer: Was man nicht alles studieren kann...

Hauptsache, man hat Ideen... | Foto: Lukas Vering

Surfen, Spazieren, Sojaschnitzel: Was man nicht alles studieren kann.... Wir stellen einige der exotischsten Studiengänge aus der Region und der ganzen Welt vor und decken auf, warum sie wichtig für die Menschheit sind.

Beruflicher Wellenreiter: Surfwissenschaften

Den ganzen Tag auf dem Surfbrett stehen, sich durch die Fluten schlängeln und am Strand chillen – klingt zu schön, um wahr zu sein. Zugegeben, beim Studiengang Surfwissenschaften geht es nicht nur darum, das laue Leben zu zelebrieren. Das Studium setzt sich aus den Fachbereichen Forschung, Technologie und Sozialwissenschaften zusammen, alles auf den Surfsport ausgelegt. Neben Kursen wie „Die Kultur des Surfens“ gilt es auch Bereiche, wie „Surfen üben“ und „Surftechniken lernen“ zu meistern. Wer also das Wellenreiten zu seinen Leidenschaften zählt, bekommt am Cornwall College in England sein absolutes Traumstudium. Ist nach drei Jahren der Abschluss gemeistert, kann man in der Surfindustrie als Entwicklerarbeiten, seinen eigenen Surfshop am Strand von Kalifornien aufmachen oder mit Gischt in den Haaren gen Sonnenuntergang paddeln.

Studi-Salat: Vegan Food Management

Soja-Würstchen, Tofu-Schnitzel und gelatinefreie Gummibären stehen mittlerweile in jedem Supermarktregal und zeugen von dem wachsenden Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Als Reaktion auf den ernährungsgesellschaftlichen Wandel kann man in Bielefeld, Köln oder Bamberg ab Winter 2016 in drei Jahren zum Vegan Food Manager werden. Neben der Grundlehre für vegane Ernährung, bekommt man auch betriebswirtschaftliches Know-How , soziologische Konzepte, Marketingstrategien und mehr an die Hand. Nach Bachelorerwerb macht man ’ne vegane Eisdiele auf oder führt Konzerne in eine ethisch verantwortliche Zukunft.

Plitsch Platsch, heute nehm ich ein Bad: Körperpflege

„Soll man jeden Tag duschen? Warum stinkt mein Schweiß? Ab wann ist ein Waschlappen ranzig?“ Lernt man so etwas im Bachelor-Studiengang Körperpflege? Jein. Studieren kann mandieses Fach an der TU in Darmstadt, aber wie man sich wäscht, lernt man hier nur indirekt. Die Fächerkombination reicht von Ästhetik und Allgemeiner Chemie bis Toxikologie und Mikrobiologie. Erforscht werden etwa Bakterien, die Dreck von der Haut futtern. Arbeiten kann man im Anschluss zum Beispiel als Fort- und Weiterbildungsbeauftragte/r in der Kosmetikbranche. Vorstellbar ist auch ein Job als Hygieneexperte bei Galileo, Peelingtester bei der Brigitte oder Produktentwickler bei dm.

Next Level: Computerspielwissenschaften

Da wird doch der Yoshi in der Pfanne verrückt: An der Uni Bayreuth kann der Master in Computerspielwissenschaften erworben werden! Dabei wird aber nicht nur gedaddelt und gezockt, sondern auch das Medium Computerspiel als Teil der Kultur erfasst, sowie technische Kompetenzen zur Entwicklung eigener Spiele vermittelt. Der Abschluss im Inventar ist wie ein Masterschlüssel für die Videospielbranche, aber auch Tätigkeiten als Zocker mit Youtube-Channel, E-Sport-Profi in Vollzeit oder Online-Händler von World of Warcraft-Items sind beliebte Berufsziele.

Let it be: Beatles Studiengang

Ungebrochen ist die Faszination der Beatles, unvergessen ihre Musik, ihre Frisuren, ihre Yoko. In ihrer Geburtsstadt Liverpool kann der Master „The Beatles, Popular Music & Society“ studiert werden. Das Kernstudium befasst sich mit Fragen wie: Wieso waren die Beatles weltweit so erfolgreich? Wie haben sie die Gesellschaft verändert? Wieso sind junge Frauen bei ihrem Anblick reihenweise aus den Latschen gekippt? Wessen Herz für die Fab Four schlägt oder wer gerne populäre Musik seziert, der hat die vage Chance einen der begehrten 30 Plätzen zu ergattern. Bereits 2013 schaffte es eine deutsche Studentin.

Viel Bier vor Vier: Studium der Brauerei

Des Deutschen liebster Glasinhalt wird an der TU Berlin zum Gegenstand des Studienganges Brauerei und Getränketechnologie. Den Tagesablauf könnte man sich so vorstellen: Zehn Uhr erstes Seminar über Produktion, zwölf Uhr Vorlesung zum Reifeprozess mit Übung zu Ästhetik des güldenen Gerstensaftes, ab 15.30 Uhr dann exzessives, praktisches Erproben der Lehrinhalte. Ganz normales Studium also. Beruflich qualifiziert man sich so für Jobs in Produktion, Qualitätssicherung, Vertrieb, Entwicklung oder als Barney-Gumble-Double. Studienabrecher werden Craft-Beer-Brauer.

Die Wissenschaft des Spazierengehens: Promenadologie

Im Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung der Uni Kassel wird auch in der Spaziergangswissenschaft unterrichtet. Den lieben langen Tag durch einen Park flanieren ist aber leider nicht drin. Tatsächlich lernt man, kulturellen Wandel in der Stadtplanung zu beachten, die Welt als eine Reihe von konstruierten Regionen zu erkennen und Architektur lebensnaher und aus der Sicht des Fußgängers zu praktizieren. Dazu muss, selbstverständlich, viel geschlendert werden. Später arbeitet man in Architektur- und Planungsbüros und hat stramme Waden.

Hole in one: Angewandtes Golfmanagement

Wenn Tiger Woods nicht gerade für abstruse Schlagzeilen sorgt, ist Golf eher ein Sport der Kategorie „Gähn“. Gleichfalls weniger berauschend ist das Studium, welches sich hinter dem kurios anmutenden Namen „Angewandtes Golfmanagement“ verbirgt. Statt putten und Abschlag lernt man an der Akademie für Sport und Management per Fernstudium (oder an der Uni Birmingham vor Ort) alles rund ums Management – von Sportrecht über BWL bis Personalverwaltung.