Hochschule der Bildenden Künste Essen: Kreativ ausleben in alter Zeche

| Fotos: Moritz Makulla

An der privaten Hochschule der Bildenden Künste (HBK) in Essen kann man Bildhauerei/Plastik, Fotografie/Medien und Malerei/Grafik im Abschluss Bachelor Of Fine Arts studieren. Autor Moritz Makulla begab sich mit Leiterin der Hochschulkommunikation Jessica Grube und Sabrina Güntner aus dem Studienbüro auf einen Rundgang – und war erstaunt von so viel Kreativität in den aufpolierten Industriehallen.

Die HBK könnte es nicht schöner haben. Mitten in einem kleinen Industriegebiet und direkt am Baldeneysee in Essen Kupferdreh sind die alten Gebäude der Zeche Prinz Friedrich in einen Ort der Kreativität umfunktioniert worden. „Die Gebäude sind nicht zu modern gestaltet, aber auch nicht unbearbeitet. Es ist ein Mix aus klassischer Fabrikhalle und neuen Einflüssen“, erklärt Sabrina Güntner, während sie durch den offenen Innenraum des Hauptgebäudes schreitet. Durch die großen Fenster und Türen fällt ordentlich Licht in die hohe Halle mit den hellen Wänden, man kann aber auch Bereiche für spezielle Projekte abdunkeln. Im Erdgeschoss gibt es Seminarräume und ein Atelier extra für Erstsemester, über Treppen gelangt man zum Beispiel in die Holzwerkstatt oder den Medienraum mit Großformatdrucker. Dazwischen gibt es viel Platz zum kreativen Arbeiten. Überall kann man die Werke der Studierenden bewundern, die Atmosphäre lädt dazu ein, selbst kreativ ans Werk zu gehen. Ideale Bedingungen also, um sich den Bachelor der feinen Künste zu verdienen. Abschlüsse macht man hier übrigens seit der Gründung im Jahr 2001. Im Atelierraum nebenan lagern noch mehr Arbeiten und Material, Studierende sind mitten im Prozess oder geben ihren Werken den letzten Schliff. Freies Schaffen ist ebenso Teil des Studiums wie das betreute Arbeiten mit den Dozenten.

„Die meisten Seminare finden gegen Abend statt“, erläutert Jessica Grube, „die Studierenden können sich aber aussuchen, wann sie herkommen und ob sie schon vorher arbeiten.“ Zu einem Kunststudium gehört neben den praktischen Arbeiten auch eine Ausbildung in Kunstgeschichte. Zudem beschäftigt man sich im ersten Semester mit den Grundlagen aller Kunstformen und kann das Hauptfach problemlos wechseln. Im letzten der sieben Semester kommen noch Kurse zur eigenen Vermarktung und Pressegestaltung hinzu. Bereiche, die für freischaffende Künstler immer wichtiger werden. 

Im Seminar für „Kreatives Schreiben“ geht es an diesem Abend um Pressemitteilungen. Wer als Künstler zu eigenen Ausstellungen einlädt, muss sich auch richtig verkaufen können. Die Teilnehmer könnten nicht unterschiedlicher sein: Junge Studierende unterhalten sich mit älteren, die in einem Kunststudium ihre zweite Karriere verwirklichen oder schon etablierte Bildhauer oder Maler sind und ihr Profil hier festigen. Die flexiblen Zeiten der Kurse sowie die Möglichkeit, auch 11 Semester berufsbegleitend zu studieren, locken die unterschiedlichsten Menschen nach Essen.

An die 100 Studierende lernen an der HBK, dazu kommen circa noch einmal so viele Kunststudenten der Freien Akademie der bildenden Künste, die ebenfalls die Räumlichkeiten nutzen.  Die Hochschule wächst aber und muss vielleicht noch erweitert werden. „Viele Austauschstudenten aus Asien kommen zu uns, wir bauen uns zudem ein Netzwerk von Partnerunis mit Erasmus auf“, erzählt Sabrina Güntner. Sie übernimmt im Sekretariat noch viele Aufgaben wie das Prüfungsamt oder Studienberatung. Bald soll auch das Personal der Hochschule weiter aufgestockt werden.

Am 6. Juli findet ein Schnupperstudientag an der HBK statt. Dort kann man sich an den verschiedenen Disziplinen wie Fotografie oder Zeichnen versuchen, aber bekommt auch Input zum Berufsbild des Künstlers oder zur Bewerbung mit eigenen Arbeiten an Kunsthochschulen.