Bafög: Hurra, die Reform ist da!

Dieses Kleinvieh macht Mist - mehr Bafög und mehr Berechtigte ab diesem Semester | Foto: Irmine Estermann

Die Bafög-Reform, die vor zwei Jahren beschlossen wurde, ist jetzt endlich da. Die Bedarfssätze für Schüler sind schon am 1. August gestiegen, nun sind die Studierenden dran. In Zahlen bedeutet das ab dem Wintersemester eine Erhöhung um sieben Prozent.

Studierende, die bei ihren Eltern wohnen, können bis zu 537 Euro monatlich bekommen, statt wie bis jetzt höchstens 495 Euro. Wer nicht mehr die Füße unter den elterlichen Tisch steckt, erhält im Höchstsatz von 735 Euro – 65 Euro mehr als zuvor. Zusätzlich gibt es 9,7 Prozent mehr Wohngeldzuschlag, der Kinderbetreuungszuschlag steigt auf 130 Euro pro Kind an. Damit fällt die Staffelung weg: Bislang gab es 113 Euro für das erste und je 85 Euro für jedes weitere Kind. Auf Grund der Bafög-Erhöhung steigt nun auch der Zuschlag zur Krankenversicherung auf 71 Euro und der Pflegeversicherung auf 15 Euro.

Gute Nachrichten gibt es für alle, die auf dem Sprung vom Bachelor zum Master sind: Da die Förderung nun nicht bei der Erbringung der letzten Prüfungsleistung aufhört, sondern bei Bekanntgabe des Ergebnisses, fällt die förderungsfreie Phase zwischen Bachelor und Master weg. Auch eine vorläufige Zulassung zum Master gilt als Voraussetzung zur Förderung, das Studium muss allerdings innerhalb desselben Jahres aufgenommen werden.

Und jetzt könnte es für den einen oder anderen spannend werden, dessen Bafög-Antrag in der Vergangenheit abgelehnt wurde: Es gibt nach der neuen Regelung auch mehr Bafög-Berechtigte, da der Freibetrag auf das Einkommen der Eltern ebenfalls um 7 Prozent steigt. Der Freibetrag auf das eigene Einkommen ist ebenfalls gestiegen. Die eigene Lage noch einmal zu sondieren, lohnt sich also: Die Unis helfen an ihren Beratungsstellen gerne weiter. Gleichzeitig bieten die Asten der Hochschulen eigene Rechtsberatungen an, in denen geklärt werden kann, ob ein Widerspruch gegen den abgelehnten Bafög-Antrag Aussicht auf Erfolg hat. Oft reicht eine Änderungsmitteilung, weil etwa das Einkommen der Eltern im kommenden Jahr geringer ausfallen wird, als auf Grund der Unterlagen von den Behörden geschätzt. Und wenn wir schon mal bei Unterlagen sind: Ein nicht unerheblicher Teil der Bafög-Anträge wird abgelehnt, weil nicht alles eingereicht wurde. Auch in diesem Fall kann man meistens noch gegensteuern. Um nichts zu vergessen, empfiehlt es sich, den Antrag online auszufüllen, denn der wird sofort automatisch auf fehlende Angaben geprüft. Eine weitere einfache Hilfe: Auch, wenn es nicht erforderlich ist, immer die E-Mail-Adresse und Telefonnummer mit angeben, damit ein Sachbearbeiter bei Rückfragen direkt Kontakt aufnehmen kann.