Rustique: Lechts und Rinks nicht velwechsern

Rustique | Foto: Sebastian Drohlshagen

Selten wird einem eine grundsätzliche Entscheidung so deutlich räumlich vor Augen geführt, wie im Hotel L’Arrivée. Rechts leuchtet das Schild des Vivre, links lockt das Rustique. Anders als in der politischen Realität geht es aber rechts eher zum progressiven, weltoffenen und experimentellen hin, links zum bewährten, lokalen und rustikalen.

Wie das wiederum umgesetzt wird, das soll das Thema des kulinarischen Besuchs werden, es geht ins Rustique, für das der für beide Restaurants zuständige Küchenchef Dennis Rother ausgegeben hat: „Westfälische und regionale Gaumenfreuden, zeitgemäß und schnörkellos auf den Teller gebracht.“ Sein Motto überzeugt offenbar die mehrheitlich gesetzte Dortmunder Stadtgesellschaft, die sich zahlreich um den gemütlich brennenden Kamin versammelt hat, einige dürfen gar an Tischen auf der Balustrade Platz nehmen. Nobel wirkt das.

Zunächst bringt der ebenso charmante wie korrekte Service zwei Sorten Brot und Butter, schnörkellos, klar. Die Karte versprüht tatsächlich jene namensgebende Rustikalität und schreckt auch nicht vor Posten wie „Gebackener Camembert“ (8,90 Euro) zurück, die von den Speisekarten besserer Restaurants lang schon verschwunden sind. Doch zur Vorspeise darf es zunächst der „Fischtopf Rustique mit Wurzelgemüse und Knoblauchbrot“ (6,90 Euro) sein. Der kommt zwar heuer nicht sehr abwechslungsreich daher, doch große Stücke Lachs und einige Garnelen in frisch schmeckendem Sud darf man unter „sehr gelungen“ verbuchen.

Auch der „Marinierte Tafelspitz“ (8,50 Euro) kann mit toller Konsistenz und einer schön sahnigen Creme punkten. Super Röstbrot dazu. Im Hauptgang „Sauerbraten vom Rinderfilet – medium gegart mit Rotkohl und Kartoffelpüree“ (22,80 Euro) trifft Tradition auf etwas heutigen Luxus. Das feine Filet ist natürlich butterweich, außen quasi „anmariniert“, das heißt ganz leicht faserig und von Sauce mit klassischen Rosinen bedeckt, innen dennoch rosa gegart. Schmeckt toll, auch wenn diese Zubereitung des edlen Filets den rüstigeren Essern (Achtung Klischeefalle, reingetappt) doch verschwenderisch vorkommen dürfte. Sei es drum, ein guter Teller; perfekte, nicht zu rustikale Beilagen. Neben Sauerbraten findet der Oldschool-Fan hier auch Omas Roulade, Original Wiener Schnitzel und Currywurst (kein Scherz, 5,90 Euro, mit Pommes) auf der Abendkarte. Und wie könnte so ein Dinner anders enden als mit „Vanilleeis mit heißen Kirschen“ (4,80 Euro)?!

Rustique
Wittbräuckerstaße 565, Dortmund
tägl. 12–22 Uhr

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