Lucy Abyssinia: Rauchzeichen

| Foto: Christof Wolff

Zazie Karibik ist raus, Lucy Abyssinia ist drin, Düsseldorfs zweites äthiopisches Restaurant. Unser Besuch beginnt recht abenteuerlich: erstens mit verschlossenen Türen (wir müssen klopfen) und zweitens, hüstel, mit einer Weihrauchwolke, die das ganze Lokal einnebelt. Die Servicefrau will wissen, wie wir denn auf den Laden gekommen sind, auf dessen Tresen noch die Blumen vom Eröffnungsabend welken. Hat uns eine Kollegin erzählt, sagen wir wahrheitsgemäß und stellen der Dame unsererseits ein paar Fragen. Was ist Ayib? Eine Art Käse. Was ist Gomen? Wie Grünkohl. Awase? Ein scharfer Dip, schmeckt wie Senf.

Das können wir bezeugen, passt ganz gut zu den würzigen Rindfleischbällchen vorneweg (4,50). Ayib und Gomen (3,50), zu denen ungewärmtes türkisches Fladenbrot gereicht wird (laut Karte: „ofenfrisches Brot“), werden nicht meine Freunde; zu ungewöhnlich der bittere Geschmack. „Tibs“, gebratenes Rindfleisch äthiopisch gewürzt mit Reis (10), ist schon weniger exotisch, eine riesige Portion Fleisch in einer pikanten Sauce. Die Fleischqualität schwankt allerdings, von butterzart bis knorpelzäh ist alles dabei. So auch beim Lammfleisch „Lucy Grill“ (14,50) aus dem heißen Steintopf, in dem wir auch noch einige Knochen finden. Dazu gibt es die Grundlage einer jeden äthiopischen Mahlzeit, das fluffige, leicht säuerliche Fladenbrot Injera.

Zur traditionellen Kaffee-Zeremonie gehört erneut ein kleiner Weihrauchzauber. Zu eilig sollte man es übrigens nicht haben; hier ticken die Uhren etwas langsamer. Weihrauch gilt nämlich als 1a-Antistressmittel.

Berit Kriegs

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