Kimbap Spot: Koreanische Küche im Café Kalinka

Sergey Pograshevsky und Sophie Götz übergeben ihr Café gern an Kyung Ah Meiers. | Foto: Dominique Schroller

Das Café Kalinka hat bei seinen Stammgästen in kurzer Zeit Kultstatus erreicht. Mit viel Leidenschaft haben Sophie Götz und Sergey Pograshevsky ihre Gäste bewirtet. Doch nun brechen sie zu neuen Ufern auf und im Kalinka bekommt der Kimbap Spot ein Zuhause.

Zwischen Kitsch und Kram haben sie ihren Gästen zwei Jahre lang Kaffee und Kleinigkeiten serviert. Nun sind sie selbst hungrig auf das große Abenteuer. „Es fühlt sich genauso an. Der Magen zieht sich zusammen und ich muss einfach los“, sagt Sophie Götz und strahlt. Sie möchte die Welt mit offenen Armen erobern, fremde Kulturen, exotische Gerüche und Geschmäcker in sich aufsaugen. „Ich bin einfach neugierig auf andere Länder und ihre Menschen“, sagt die Bochumerin. Gemeinsam mit ihrem Partner Sergey Pograshevsky ist sie fest entschlossen, die Komfortzone zu verlassen und den Aufbruch ins Ungewisse zu wagen. „Natürlich ist es nicht einfach, das alles hinter uns zu lassen. Wir haben es mit viel Mühe aufgebaut, doch die Reise ist auch eine Belohnung“, sagt der 28-Jährige. Seit erdas erste Mal mit Freunden nach Malaga geflogen ist, zieht es ihn in die Ferne. „Ich möchte so viel wie möglich von der Welt sehen.“ Mit einem VW-Bus wollen die beiden zunächst in Richtung Bordeaux aufbrechen und sich von der Atlantikküste aus weiter treiben lassen. Spanien, Portugal, Marokko und von Afrika weiter nach Asien. „Mein Traum ist es, bis nach Nepal zu reisen“, sagt Sophie Götz. Sie war 2012 schon einmal für zwei Monate dort und hat sich in das Land und seine reiche Kultur verliebt.

Kimbap Rolls bilden einen der Schwerpunkte im Kimbap Spot. | Foto: Marie Möller

Sergey Pograshevsky wünscht sich, in seine erste Heimat Russland zurückzukehren und dort vieles zu entdecken, das er selbst nur aus Büchern kennt. „Der Baikalsee wäre so ein Ziel.“ Einen Plan hat das Paar nicht. Wie lange es zusammen unterwegs sein wird, soll bewusst offen bleiben. „Wir wollen nicht hetzen und uns die Zeit nehmen, die wir brauchen“, betont Sophie Götz. Ihr ist in den vergangenen beiden Jahren der Wert von Zeit erst wirklich bewusst geworden. „Durch das Café ist manches zu kurz gekommen. Deshalb brauchen wir diese Freiheit jetzt und nehmen sie uns.“

Ausbruch mit Wehmut

Die Idee, auszubrechen, hatten die beiden Bochumer schon länger, nun ist für sie der Moment gekommen, alles hinter sich zu lassen. Ein wenig Wehmut mischt sich dennoch unter die Aufbruchsstimmung. „Viele kamen auch unseretwegen ins Café Kalinka, um sich auszutauschen und auch mal auszuheulen. Es war wie ein Wohnzimmer, in dem jeder spontan vorbeikommen konnte. Das werde ich schon vermissen“, sagt Sophie Götz. Mit viel Herz und Handarbeit haben sie die Räume am Hellweg renoviert und sie zu einem beliebten Treffpunkt gemacht. „Wir haben jeden Millimeter hier selbst angepackt.“ Umso wichtiger war es ihnen, Kalinka künftig in guten Händen zu wissen.

Den Schlüssel zu ihrem Café haben sie an Kyung Ah Meiers abgegeben. „Sie spricht ähnliche Menschen an – nur mit einem anderen Produkt. Wir hätten auch nicht gewollt, dass jemand unser Konzept einfach übernimmt“, betont Sophie Götz. „Das hätte auch nicht funktioniert, denn das Kalinka seid ihr“, sagt Kyung Ah Meiers. Die 33-Jährige hat schon länger nach einer Heimat für ihre koreanischen Kreationen gesucht. „Es ist mein Traum, mein eigenes Ding zu machen.“ Bisher war sie mit ihrem rollenden Restaurant überwiegend auf Streetfood-Festivals unterwegs. Nun sollen ihre asiatischen Tapas mit den vielen bunten Zutaten ein Zuhause bekommen. „Für mich ist es eine Herausforderung, aus dem Kalinka einen neuen Wohlfühlort zu machen“, sagt Kyung Ah Meiers.

Bunt, handgemacht und pflanzlich: Kimbap Rolls. | Foto: Marie Möller

Ihr Kimbap Spot soll weniger Café sein und mehr Restaurant-Charakter bekommen. Obwohl sie ihren Gästen Kuchen und langfristig auch Frühstück servieren möchte, liegt der Schwerpunkt auf den frisch zubereiteten Speisen. Fischfreies Sushi und authentische koreanische Küche sollen zu einem neuen Geschmackserlebnis einladen. „Etwas Vergleichbares gibt es hier glaube ich noch gar nicht und ich bin sehr gespannt, wie es ankommt.“

Charme erhalten

Wie sich der Laden verändern wird, weiß die Junggastronomin noch nicht genau. „Den individuellen Charme möchte ich auf jeden Fall erhalten, doch das neue Konzept soll schon erkennbar sein“, betont Kyung Ah Meiers. Sie hat bereits als Gastköchin im Kalinka eine Kostprobe ihres Könnens gegeben und sich damals in das kleine Café verliebt. Häufig war sie Gast dort, nun ist sie die Gastgeberin. „Es ist schön, einen Ort zu haben, an dem ich mit meinem Produkt zu Hause bin.“

Das Handwerk hat sie in einer Sushi-Bar gelernt und war zwei Jahre lang mit ihren schmackhaften Röllchen auf zahlreichen Festivals unterwegs. Parallel dazu hat sie ein panasiatisches Restaurant geführt – aber eben nicht das eigene. Dafür hat sich mit dem Kalinka erst der perfekte Platz gefunden. „Wir finden es gut, das Kyung den Mut hat, ihren Traum zu leben“, sagt Sophie Götz. Sie hat in den zwei Jahren ihrer Selbstständigkeit viele Erfahrungen gemacht, an denen sie gewachsen ist und die sie mitnimmt in ihr neues Leben. „Vor allem habe ich viel über mich und andere gelernt. Ich habe Strategien entwickelt, um mit Stress umzugehen, Probleme zu lösen und mich durchzusetzen. Das wird bleiben.“

Auch wenn Kyung Ah Meiers persönlich bedauert, dass die Zeit vom Café Kalinka abgelaufen ist, so freut sie sich doch auf ihre Chance und ist fest entschlossen, sie zu nutzen. „Ich kann es kaum erwarten, etwas Neues auszuprobieren und mich in der Küche wirklich auszuleben.“ Dominique Schroller

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