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Schon die Anfahrt gleicht einem Abenteuer. Vorbei an illuminierten Rohbauten, die einmal Lofts werden sollen, geht es zum Eingang des Dr. Thompsons. Anfang Dezember eröffnete die Restaurant-Bar-Club-Kombination in dem ehemaligen Kraftwerk der Thompson Siegelwerke mit einem rauschenden Fest. Mittlerweile ist Alltag eingekehrt, der Glamour aber keinesfalls verflogen.
Beim Eintreten fühlt man sich schlagartig nach Berlin versetzt – oder gar nach New York. Keine Frage, Carrie Bradshaw würde das hier lieben! Beeindruckend hoch ist der ca. 600 Quadratmeter große Raum. Rohe Backsteinwände, gefliester Fußboden, ein Podest, farbige Lichtakzente. Das Herz des Ganzen: ein riesiger Schornstein, in dem ein offenes Kaminfeuer lodert. Entsprechend mollig ist es – und auch die Begrüßung fällt warm aus. Einer der zahlreichen Kellner, hier Marke Rockabilly-Model mit Tolle und großflächigen Arm-Tätowierungen, geleitet uns zu unserem Platz und reicht Wein- und Speisekarte. Er soll nicht der letzte menschliche Augenschmaus an diesem Abend bleiben – Damen wie Herren aus dem Service-Team bestechen ausnahmslos durch einen eigenwilligen und gerade daher sehr charmanten Stil. Man wird konsequent geduzt, obwohl die Besucherschaft mit Ende Dreißig bis Ende Fünfzig nicht mehr blutjung ist.
Die Sorge, dass bei derart starkem Akzent auf der Optik das Essen ins Hintertreffen geraten könnte, erweist sich als unbegründet. Als Appetizer reicht man gefüllte Pizzabrötchen, zu denen wir Pimientos des Padrón (6,–) und Brot/Aioli/Oliven (2,50 Euro) orderten. Die Softdrinks (Malzbier 1,80, Cola 2,10) sind im innerstädtischen Vergleich schon auffällig günstig. Und auch für die Hauptgerichte werden dankenswerterweise keine Fantasiepreise abgerufen. Pizzas kosten zwischen 7 Euro (Tomate/Mozzarella) und 22,50 (Hummer). Wir testeten die Variation mit Parmaschinken und Rucola (9,50), der Pinienkerne und Feigensenf zu einer unwiderstehlichen Raffinesse verhalfen. Gegenüber kam das Freiland-Schwarzfederhuhn (14,–) nebst Rosmarinkartoffeln und der sehr scharfen BBQ-Sauce auf den Teller. Des weiteren im Angebot: Steaks, Spareribs, Rinderfilet.
Und auch an Vegetarier hat man gedacht – die Fleischverweigerer werden mit Salaten sowie der vegetarischen Schlachtplatte (12,–) bedient. Letztere birgt allerlei unterschiedliche vorgegarte Gemüse-Häppchen, die auf dem Tischgrill den letzten Schliff bekommen. Apropos letzter Schliff: Den sollte man bei der Beschallung noch vornehmen. Die wirkte bei unserem Besuch beizeiten uninspiriert und darf in Zukunft auch gerne etwas leiser sein.
Alexandra Wehrmann
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