Refugees' Kitchen: Zwischen Stahlbau & Street Food

Probekochen beim Projekt Refugees' Kitchen | Fotos: kitev - Kunst im Turm

Essen verbindet. Das ist einer der Ansätze des Projekts „Refugees‘ Kitchen“, das der Oberhausener Verein kitev gemeinsam mit Flüchtlingen auf die Beine stellt. Herzstück ist ein Foodtruck, der noch diesen Sommer internationale Küche auf Festivals im Ruhrgebiet anbieten soll.

„Street Food, das ist natürlich gerade ein Hype“, freut sich Christoph Stark, der genau wie Agnieszka Wnuczak zum Vorstand von kitev gehört. „Entsprechend wollen wir viele kulturelle und weltoffene Orte mit unserem Truck besuchen. Wir haben schon jede Menge Einladungen.“ Ein ganz gewöhnlicher Foodtruck will Refugees‘ Kitchen aber nicht werden. Deshalb wurde ein LKW angeschafft, dessen Ladefläche komplett abgesenkt werden kann. „Die Küche soll nicht acht Meter über dem Boden, sondern barrierefrei und auf Augenhöhe stehen“, erklärt Agnieszka. Über die landestypische Küche könne man so mit Leuten in Kontakt kommen, die nicht primär am Thema Flucht interessiert sind, sondern einfach Hunger haben. Die Asylbewerber würden damit zu Gastgebern und lernten gleichzeitig kulturelle Akteure sowie die lokale Szene kennen.

So soll der Foodtruck später aussehen
Aktuell wird geschweißt

Gemeinsam etwas schaffen

Ein vielseitiges TeamAber nicht nur das Kochen und Servieren wird von Flüchtlingen übernommen: Aktuell schweißen, montieren und nähen ein Team von zwölf Leuten im Oberhausener Babcock Fertigungszentrum an einem Container, der Küche und Aufenthaltsort werden soll. Der zuvor erworbene Truck wurde ebenfalls in Eigenregie auf Vordermann gebracht. „Es wäre sicher einfacher und schneller, wenn wir den Teilnehmern einen fertigen Foodtruck hinstellen würden, das wollen wir aber nicht“, erklärt Agnieszka. Am Anfang sei die Idee gewesen, Neuankommende im kleinen Rahmen schnell Teil einer kreativen Gruppe werden zu lassen. „Uns war es dabei wichtig, die Fähigkeiten der Menschen zu integrieren und nicht etwas für sie, sondern mit ihnen gemeinsam zu schaffen“, ergänzt Christoph. Wie schwierig das werden würde, war den beiden zu Beginn aber nicht klar. „Viele öffentliche Werkstätten, wie die der städtischen Theaterhäuser, sind in ihrer Struktur leider überhaupt nicht offen für Außenstehende. Auch Unternehmen haben oft Bedenken, einer Gruppe von Asylbewerbern Räume zur Verfügung zu stellen. Da müssen jede Menge Dinge wie Arbeitserlaubnis, Schwarzarbeit und Versicherungsschutz vorab geklärt werden.“

Sprachlich, kulinarisch und handwerklich vielseitig

Auch die Hintergründe des Teams sind eine Herausforderung bei der gemeinsamen Arbeit. „Das Team ist sprachlich, kulinarisch und handwerklich extrem vielseitig, das ist auch sehr spannend für uns selbst“, freut sich Agnieszka. Unter den Teilnehmern sind Hausmeister, Schneider und Automechaniker. „Wir haben auch einen Akademiker aus Togo, der über sich selbst sagt ‚Ich kann gar nichts, will aber die Gelegenheit nutzen, etwas Handfestes zu lernen.‘ Er ist auf ganz andere Art ein Gewinn für die Gruppe, weil er sehr gebildet ist und vieles erklären kann. Und dann ist da noch Ali aus Syrien, er ist Schlosser und damit natürlich voll in seinem Element.“ Auch die Motivation, bei dem Projekt mitzumachen, sei bei jedem anders. Im Mittelpunkt stünde aber der Wunsch, einen aktiven Part in der Gesellschaft einzunehmen, die Möglichkeit, Deutsch zu lernen und natürlich Kontakte zu knüpfen.

Eine Prognose, wann genau es mit dem Truck auf die Straße gehen wird, trauen sich Agnieszka und Christoph noch nicht abzugeben. „Wir hoffen aber auf Frühsommer oder Spätfrühling.“ Über den Fortschritt des Projekts wird regelmäßig auf refugeeskitchen.de berichtet.

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