Gastro-Girl-Power: Vier junge Foodies im Gespräch

Kyung Ah vom Kimbap Spot in ihrem Element. | Foto: Marie Möller

Neue Cafés, Restaurants oder Bars eröffnen gefühlt jede Woche. Doch wer sind die Menschen dahinter? Vier junge Gründerinnen aus der Gastronomie erzählen uns von ihrem Weg zum eigenen Lokal, was sie inspiriert und welche Trends die Food-Szene beschäftigen.

COOKIE JAR

Emina Mujkanovic vom cookie jar | Foto: Lena Totzek

Was ist dein Background? 
Ich habe in Köln zwei Jahre lang Fitnessökonomie studiert. Mit dem Studium war ich nicht glücklich. Ich habe etwas gesucht, das mich beruflich erfüllt und habe es jetzt gefunden: Es ist die Kombi aus Backen, Menschenkontakt, Organisation, Fun und Action. Jeder Tag ist anders. Das Backen kam bei mir erst sehr spät als Hobby dazu. Nach dem Abi habe ich oft versucht, Nachtisch zu machen, der nicht hunderttausend Kalorien hat und zu 100 Prozent ungesund ist, quasi „Desserts ohne schlechtes Gewissen“. Ich war immer schon eine Naschmaus, dadurch kam das Ganze ins Rollen. Durch Herumexperimentieren habe ich mir dann alles selbst beigebracht.

Wie lief die Gründung deines Unternehmens ab – gab es Stolpersteine, unerwartete Wendungen oder überraschende Unterstützung?
Die Gründung lief nicht gerade organisiert ab, da ich alles alleine mit meiner Schwester und meiner Mutter gemacht habe. Wir haben gemeinsam den Laden renoviert, daneben im Kinderwagen schlief meine Nichte tief und fest, trotz Bohrmaschine und Co. Meine Schwester kann einen tollen Laminat-Boden verlegen, dat sach ich euch.

Woher bekommst du deine Rezepte und Ideen?
Was inspiriert dich? Mich inspirieren meine Menschen im Umfeld, ich höre mir gerne an, was sie gerne neues essen oder am liebsten essen wollen.

Was ist deine Spezialität?
Vegane Buttercreme, Cupcakes mit Marmelade oder Obst gefüllt und die Salt ’n’ Pepper Cookies (tatsächlich mit Salz und Pfeffer). Mein persönlicher Liebling sind die „Homie Cookies“, Schokoladenkekse in Form von 2Pac, Biggie und Eazy-E.

Was wird der nächste, große Food-Trend?
Salzige Cupcakes (zum Beispiel mit Bacon on top).

Cookie Jar: Kahrstr. 5, Essen, Di-So 13-20h

KIMBAP SPOT

Kyung Ah Meiers vom Kimbap Spot | Foto: Marie Möller

Was ist dein Background?
Eigentlich bin ich studierte Germanistin und Koreanistin, habe aber auch schon in der Textilbranche und im Messe- und Ladenbau gearbeitet und parallel zum Studium immer gekellnert. Vor meiner Selbstständigkeit habe ich zwei Jahre lang eine Gastronomie am Dortmunder Phoenixsee geleitet.

Wie lief die Gründung deines Unternehmens ab?
Mit Kimbap Spot habe ich im Juli 2015 losgelegt, parallel zur Restaurant-Leitung am Phoenixsee, was oftmals eine Sieben-Tage-Woche mit Nachtschichten bedeutete. Der Laden kam viel schneller als erwartet, als Ende 2016 das Lokal des ehemaligen Café Kalinkas förmlich an meine Tür klopfte und ich kurzfristig den Mietvertrag unterschrieb. Ich denke mittlerweile, dass der Zeitpunkt für mich zu früh war. Mein Konzept war zu dem Zeitpunkt noch nicht ausgereift, außerdem habe ich damals die Kosten und den Zeitanspruch total unterschätzt. So musste ich irgendwo Geld herzaubern, aber auch die Zeit für den bürokratischen Aufwand finden. Das ist bis zuletzt eine der größten Hürden, sich im Behörden-Dschungel zurechtzufinden. Überraschende Unterstützung kam, als wir im Oktober 2017 den Gastro-Gründerpreis gewannen. Das gab mir nicht nur eine Finanzspritze, sondern auch Motivation, weiterzumachen.

Woher bekommst du deine Rezepte und Ideen? Was inspiriert dich?
Ich orientiere mich grundsätzlich an der traditionellen Küche. Die größte Inspiration bekomme ich in Korea, in den kleinen buddhistischen Restaurants, die auch eine rein pflanzliche Küche anbieten. Mit meinem Koch entwickle ich ständig neue Rezepte und lerne viel von ihm. Ich schaue mir aber auch gerne andere Foodblogs oder Instagram-Accounts an.

Was ist deine Spezialität?
Unsere Spezialität sind Kimbap-Rollen. Das sind prall gefüllte bunte ‚Sushi-Rollen‘, die wir mit den verschiedensten bunten Gemüsen füllen.

Was wird der nächste, große Food-Trend?
Generell sehe ich die rein-pflanzliche Küche ganz weit vorne. Potenzial für einen neuen Food-Trend haben Hot Dogs, die leider immer noch durch IKEA ein Image-Problem haben. Super leckere Hot Dogs auf Sterne-Niveau, auch in vegan, gibt es im PANs in Essen. Ohne Scheiß: Burger sind out, Hot Dogs der Hit!

Kimbap Spot: Hellweg 21, Bochum

LABSAL

Jessica Pahl vom Labsal | Foto: Lioba Kappel

Was ist dein Background?
Ich bin Soziologin und habe, bis es mit dem Labsal losging, an der TU Dortmund gearbeitet. Die Lust am Genuss und vor allem auch zu begreifen, was es braucht, bis ein fertiges Gericht auf dem Teller landet, hat mich seit jeher angetrieben. Die Geschichten hinter den Speisen und Produkten faszinieren mich. Um es mit Hannah Arendt zu sagen: Ich will verstehen.

Wie lief die Gründung deines Unternehmens ab?
Ich denke, nahezu jede Gründerin stößt auf Widerstände, die zu zeitlichen Verzögerungen führen. Vieles haben wir selber gemacht, konnten aber auch auf Hilfe von Familie und Freunden zählen. Unheimlich wertvoll war die Zusammenarbeit mit unserer Architektin – alleine schon, um die Sprache der Behörden zu verstehen. Das Hinzuziehen ausgewählter Profis würde ich auch jeder Gründerin empfehlen, um sich auf ihre Kernkompetenzen fokussieren zu können. Im Nachhinein war das Warten aber nicht verkehrt, weil wir so weiter am Konzept feilen konnten.

Woher bekommst du deine Rezepte und Ideen? Was inspiriert dich?
Unsere Küche ist regional geprägt, dennoch liebe ich es, unsere Speisen mit anderen kulturellen Elementen aus aller Welt zu fusionieren. Wir lassen uns natürlich auf unseren Heimatbesuchen im Ländle inspirieren, aber auch auf Reisen. Ich improvisiere gerne, Rezepte engen mich schnell ein. Ich kann mich aber auch auf Insta oder Foodblogs verlieren.

Was ist deine Spezialität?
Am häufigsten hervorgehoben wird mein Salatdressing. Ansonsten kümmere ich mich bei uns um alles, was mit Teig zu tun hat.

Was wird der nächste große Food-Trend?
Das weiß ich nicht. Unserer Art der Küche orientiert sich aber auch kaum an Trends. Insgesamt beobachte ich ein gesteigertes Interesse an Kulinarik und wünsche mir, dass sich das soziale Treiben in der Stadt stärker in öffentlichen Räumen abspielt – so wie es in vielen anderen Ländern üblich ist. Generell denke ich jedoch, dass die Leute hier mittlerweile offen für neue Konzepte sind und sich gerne überraschen lassen.

Labsal: RheinischeStr. 12, DortmundDi-Do 16-22 Uhr,Fr+Sa 16-23 Uhr

INIZIO

Elif Korkankormaz vom Inizio | Foto: Privat

Was ist dein Background?
Ich bin gelernte Augenoptikerin und habe zwischen 2003 und 2015 auch in dem Beruf gearbeitet. Den Wunsch, ein kleines Café zu eröffnen, hatte ich allerdings schon lange. Freunde zu bewirten und sie mit Lebensmitteln zu begeistern, hat mich sehr beschwingt.

Wie lief die Gründung deines Unternehmens ab?
Nachdem ich endlich die passende Location für meine Idee gefunden hatte, habe ich nichts dem Zufall über lassen und bin direkt in die Gastronomie-Welt eingetaucht. Für mich war auch ein Barista-Kurs ganz wichtig. Den habe ich bei der renommierten Espressobar Fino gemacht.

Woher bekommst du deine Rezepte und Ideen? Was inspiriert dich?
Ich arbeite mit einer kleinen italienischen Pasticceria zusammen. Handgemacht und besonders muss es bei uns sein. Wir haben eine kleine Karte, auf der wir Frühstück und einen Mittagstisch anbieten. Unser Geheimnis ist es, kein Geheimnis zu haben: Wir kaufen die Brötchen und das Brot vom Bäcker vor Ort, wir kochen saisonal und ohne Geschmacksverstärker und gewürzt wird bei uns nur mit frischen Kräutern.

Was ist deine Spezialität?
Wir haben einen sehr guten Kaffee von Espresso Perfetto und einen Siebträger von Faema 61. Den Kaffee mahlen wir für jede Tasse frisch. Wir, also die Barista von der Inizio Espressobar, sind stolz drauf, sagen zu dürfen, dass wir Kaffee-Experten sind.

Was wird der nächste, große Food-Trend?
Food-Trend ist und bleibt für mich das Zeitlose: Qualität, Liebe, Leidenschaft.

Inizio-Espressobar: Münchenerstr. 16, Duisburg, täglich von 8.30-18 Uhr

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