20 Jahre subrosa: Räudig, erdig, charmant

Volle Hütte

Als BVB-Mittelfeldspieler Kevin Großkreutz mit Kumpels in der Hafenschänke subrosa zu Gast war, wurde er mit den Worten angeraunzt: „Wenn wir dich hier mit einem Bier erwischen, fliegst du sofort raus.“ Keine Frage, in Dortmunder Kneipen geht es räudig, aber ehrlich und charmant zur Sache. Am 1. Juli wird das subrosa nun runde 20 Jahre alt.

Die gemütliche Nordstadt-Kneipe ist im Ruhrgebiet eine feste Größe. Hier waren schon viele zu Gast. Die Ärzte und ihre Roadcrew bestellte mit dem Wort „Wirtschaft“ unzählige Underberg-Runden, Gunter Gabriel nutzte die Kneipe für TV- und Pressetermine, und so mancher Garagenrocker aus der Dortmunder Szene tanzte hier schon nackt auf dem Tresen. Zwischen Plüschsofas, trashigen Zigeunerinnen-Gemälden und wackligen Barhockern herrscht definitiv Wohlfühl-Atmosphäre.

Vor allem als Ort für Fußball-Übertragungen, bodenständig-regionale Küche und Live-Konzerte hat sich das subrosa szeneübergreifend einen Namen gemacht. Wenn Inhaber Cornel Alex an denkwürdige Musikdarbietungen denkt, fällt an erster Stelle der Name von Nikki Sudden. „Das war schon vorher einer meiner Helden und der erste wirklich ,große' Name, den ich selbst gebucht habe. Dann stand er irgendwann da, kam locker durch den Hintereingang und war bis zu seinem viel zu frühen Tod ein Dauergast bei uns. Die Auftritte mit Band im Rücken waren jedes Mal wie eine frühe Clubshow der Rolling Stones. Nikki war ja ein großer Fan von ihnen. Den Beinamen ,The Last Bandit' hat er nicht umsonst bekommen. Möge er in Frieden ruhen.“ Andere subrosa-Dauergäste sind Tom G. Liwa, Jason Ringenberg oder Tilman Rossmy, dessen Song „Ich bin 15 Jahre im Musikgeschäft & hatte immer noch keinen Hit (aber ich bin immer noch da)“ jedes Mal das Gastspiel im subrosa einleitet.

Kreativer Lärmschutz

Fragt man weiter nach denkwürdigen Musikmomenten, sprudelt es aus Cornel nur so heraus: „Danny Dziuk kam mit seinem Ensemble ,Dziuks Küche' erstmals zu einer Zeit zu uns, als ich mit den jungen Acts nahezu unendliche Diskussionen über die machbare Lautstärke führen musste. Oft wollten die Musiker nicht einsehen, dass es auch für sie gar keinen Sinn macht, in einem so kleinen Raum einen Mega-Radau zu veranstalten.“ Die Beschwerden aus der Nachbarschaft und vom Ordnungsamt nehmen mit den Jahren nicht ab. Im Zeitalter, wo die Gäste zum Rauchen nach draußen gehen müssen, wird es nicht einfacher. Doch Not macht erfinderisch: „Im Zuge der 1990er Jahre haben wir uns bei einigen Showcases was ausgedacht. Bei einem Konzert mit der Münsteraner Band Samba haben wir das Drumset mit Tüchern abgedeckt und den Becken T-Shirts angezogen.“

Sogar richtig große Namen standen im subrosa schon auf der kleinen Bühne: „The Mighty 3 zum Beispiel, das Herzstück von der Mardi Gras Blues Band, die vor allem im Ausland eher die großen Festival-Spektakel gewohnt sind. Das sind großartige Musiker und trotzdem völlig frei von irgendwelchen Allüren.

Der wohl bekannteste Künstler, der jemals auf unserer Bühne gespielt hat, ist Christian Brückner, die deutsche Synchronstimme von Robert de Niro. Er besuchte uns zweimal und trug mit der World/Jazz-Band seines Sohnes Kai im Hintergrund aus seinen Bukowski- & Social-Beat-Hörbüchern vor. Wirklich sehr witzig waren die Reaktionen der Passanten während des Soundchecks im Sommer bei offener Tür.“ Na dann: Alles Gute und weiterhin offene Türen für die nächsten 20 Jahre!

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Veranstaltungen im subrosa

19/12 - 2014

23.12.: A Rock'n'Roll-Xmas-Shack

Reggae, Soul, Rock&Roll mit El Vasco
19/12 - 2014

15.01.: Poetry Jam

mit Grobilyn Marlowe und Gästen
19/12 - 2014

29.01.: Zinnschauer

Pop, Screamo

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