Tarantino is back: Django Unchained

Fim des Monats

Dass der Italowestern zu Quentin Tarantinos Lieblingsgenres gehört, ist längst bekannt. Mit „Django Unchained“ wollte er nun endlich seine ganz eigene Vision eines Spaghetti-Streifens realisieren, und analog zu „Kill Bill“ und „Inglourious Basterds“ geht es auch diesmal nicht gerade zimperlich zu.

Doch einen großen Unterschied gibt es: Tarantino kann noch so viele „Spaghetti Flashbacks“ im Retro-Stil einbauen, den Helden wie einst Franco Nero in „Django“ genreüblich malträtieren lassen, pittoreske Westernstädte wie bei Sergio Corbucci auf die Leinwand pinseln oder Musik im Stile des großen Ennio Morricone verwenden, die größte Stärke des Regisseurs sind und bleiben einfach die eloquenten Wortkaskaden und seine schwarzhumorigen Dialoge.

Die Vereinigten Staaten von Amerika zwei Jahre vor dem blutigen Bürgerkrieg: Der Sklave Django wird von dem deutschen Kopfgeldjäger (und Zahnarzt) Dr. King Schultz befreit und unter seine Fittiche genommen. Im Gegenzug für seine neu gewonnene Freiheit soll er Schultz jetzt helfen, die grausamen Brittle-Brüder aufzuspüren, die sich unter falschem Namen auf einer Farm irgendwo im Süden versteckt halten.

Da Django in der Vergangenheit von den Brittles gefoltert wurde, prägten sich ihre Visagen unauslöschlich in sein Gedächtnis ein. Gemeinsam schlagen die beiden nun eine Schneise der Gewalt durchs Land, treffen auf allerlei Gesochs und Gesindel sowie rassistische Großgrundbesitzer, bis Django seinen Mentor bittet, ihm bei der Suche nach seiner Frau Broomhilda zu helfen. Deren Spur führt sie zur Farm des Plantagenbesitzers Candie, der seine Sklaven zu brutalen Gladiatorenkämpfen zwingt.

„Typisch Tarantino“ ruft der rachsüchtige Plot, und tatsächlich plündert und recycelt der Regisseur wieder reichlich aus dem Fundus der Filmgeschichte – sehr ironisch und qualitativ gern ab dem B-Movie-Genre abwärts. Den Zuschauer erwartet eine hochkarätige Besetzung, gruseligste Charaktere, brutale Schlägereien, quasselnde Gangster und jede Menge Geballer über eine Laufzeit von sage und schreibe zweidreiviertel Stunden.

Start: 17.1.
USA 2012. R: Quentin Tarantino

D: Christoph Waltz, Samuel L. Jackson, Leonardo DiCaprio, Don Johnson

Trailer:

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