Hirnlose Action allein zieht nicht mehr so richtig: Das Kinopublikum von heute will nicht nur schnelle Autorennen und gewaltige Explosionen, sondern eben auch eine logische und packende Handlung. So setzen nicht mehr nur feingeistige Dramen auf Psychologie und Herzschmerz, sondern auch Filme wie „Drive“.
Die Hauptfigur wird bloß „Driver“ genannt. Und der arbeitet tagsüber als Stuntman für Hollywood und hilft zudem in einer KFZ-Werkstatt aus. Nachts aber erwacht der schweigsame Einzelgänger erst richtig zum Leben: Als Fahrer von Fluchtfahrzeugen bewaffneter Einbrüche verdient er sich schnelles Geld – denn keiner kann ihn stoppen.
Dann verliebt sich der „Driver“ in seine Nachbarin Irene, eine alleinerziehende Mutter, deren Mann im Knast sitzt. Doch als ihr Mann entlassen wird, plant er sogleich einen Überfall, um sein Schutzgeld aus Gefängniszeiten bezahlen zu können. Dafür heuert Irenes Gatte den „Driver“ als Fahrer an. Doch bei dem Überfall geht alles schief: Irenes Mann und seine Komplizin werden erschossen – und der „Driver“, der im Besitz des Geldes ist, wird gejagt. Wobei die gierigen Gangster nicht einmal vor Irene halt machen.
Regisseur Nicolas Winding Refn gelingt mit „Drive“ ein sehr atmosphärischer, künstlerischer und durchweg spannungsgeladener Film, der selbst in den ruhigen Szenen mühelos die Gänsehaut beim Zuschauer aufrecht erhält. Dabei spielt Ryan Gosling den tragischen „Driver“ mit einem sehr charmanten Lächeln und nur sehr wenigen Worten. Zu Beginn mehr Liebesfilm, am Ende doch recht brutal und insgesamt mit weitaus weniger Action zugemüllt als man bei einem solchen Genrefilm normalerweise befürchten müsste. Cool!
KR
Immer aktuell: Das Kinoprogramm in deiner Stadt. Kinokalender
Kommentar hinzufügen
* - Pflichtfeld