Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Bis ans Ende von Mittelerde

Laut der guten alten Mayas läuft diesen Dezember ja der Countdown zum Weltuntergang ab, was den ein oder anderen Esoteriker bis dahin noch gespannt in Atem halten wird. Andere Menschen aber zählen genauso gebannt die Tage bis zu einem ähnlich spektakulären Großereignis: Diesen Dezember startet nämlich endlich der erste Teil von Peter Jacksons sehnsüchtigst erwarteter „Hobbit“-Verfilmung in den Kinos.

Allerdings hat Herr Jackson (zuerst sollte ja „Hellboy“-Regisseur Guillermo del Toro auf dem Regiestuhl Platz nehmen) der Versuchung widerstanden und aus der nur rund 300-seitigen Vorlage keine 300 Filmchen fabriziert, sondern „nur“ drei bescheidene Dreistünder, die auf DVD und Blu-ray sicherlich allesamt noch mit künftigen zünftigen Extended Editions verlängert bzw. verlangsamt werden dürften. Allerdings muss man Jackson zugute halten, dass er sich zur stolzen Aufstockung der Handlung auch noch großzügig an all den anderen Geschichten aus Mittelerde bediente, die sich über das gesamte Schaffen J. R. R. Tolkiens verstreuen.

Wie schon der „Herr der Ringe“ erzählt auch der „Der Hobbit“ von einer ebenso epischen wie beschwerlichen Reise: Chronologisch wesentlich früher angesiedelt macht sich hier Bilbo Beutlin an die Aufgabe, das verlorene Zwergenkönigreich vom Einsamen Berg zurückzuerobern, das vom bösen Drachen Smaug unterjocht wurde. Der überraschend auftauchende Zauberer Gandalf stellt Bilbo dabei ein Team von dreizehn Zwergen zur Seite , die, angeführt vom legendären Krieger Thorin Eichenschild, dem kleinen Hobbit auf seinem strapaziösen Weg unter die Arme greifen sollen. Ihre Reise in die Wüsten jenes Einsamen Bergs führt die Truppe durch gefährliche Lande mit allerlei Orks, Wargen (einer Art Wölfe), Riesenspinnen, Formwandlern und Magiern – wie immer atemberaubend gefilmt in den beeindruckenden Landschaften Neuseelands. Bilbo trifft zudem auf Gollum und gelangt schließlich in den Besitz jenes „kostbaren Schatzes“, eben des Goldrings, von dem dereinst das Schicksal von ganz Mittelerde abhängen wird.

Etwas untergegangen ist zuletzt übrigens die Info, dass „Der Hobbit“ in ausgewählten Kinos nicht mit den üblichen 24 Bildern pro Sekunde über die Leinwand flimmern wird, sondern mit einer verdoppelten Bildrate von 48 Frames pro Sekunde schärfer als je zuvor das Auge des Betrachters verwöhnen will.

Fantasy-Fans dürfen also so gespannt sein wie Legolas’ Flitzebogen!

USA/NZL 2012. R: Peter Jackson. D: Martin Freeman, Ian McKellen, Elijah Wood, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Ian Holm, Christopher Lee