King Ping: Produzent Dirk Michael Häger im Interview

Spielt selber auch mit: Dirk Michael Häger (mit Lilay Huser) | Foto: Claudia Scheer van Erp

Clemens „King“ Frowein, Pinguinpfleger und Ex-Bulle, hat von allem zu viel: Figur, Frisur und freakige Freunde. Ab 31.10. geht seine Geschichte deutschlandweit über die Leinwand. „King Ping ist Crime, Komödie, Trash und Musikfilm“, lautet die Ankündigung. coolibri hat Drehbuchautor und Produzent Dirk Michael Häger kurz vor Filmstart ein paar Fragen gestellt.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zur Deutschlandpremiere von King Ping. Was ist größer? Die Entspannung, weil es endlich geklappt hat? Oder die Anspannung, weil es soweit ist?

Natürlich ist beides der Fall, in wohl ausgewogenem Verhältnis. Die Wahrheit ist: Da ich mit meinem Produzentenkollegen Christoph Schmidt eine zweite Firma gegründet habe und wir mit „REX Film Verleih“ den Film nun auch selber ins Kino bringen, ist bis zur Premiere noch Daueralarm. Aber irgendwie passt das auch. Gerade wenn man bedenkt, dass der ganze Film ja anarchisch entstanden ist.

Der fertige Film ist jetzt schon relativ lange in der Pipeline. Wie stehst Du nach all den Monaten zu dem Ergebnis?

Mich freut es extrem, dass der Film von den Figuren und dem Look so schräg geworden ist. Auch der Sound, den wir mit einem der besten Tonstudios Deutschlands (die RuhrSoundStudios in Dortmund) kreiert haben, und der Soundtrack von über 35 Songs – das alles ist absolut außergewöhnlich für eine solche Low-Low-Budget-Produktion. King Ping hat zwar ’ne Menge Wuppertaler Lokalkolorit zu bieten, ist dabei vom Stil aber sehr „undeutsch“, vielleicht eher britisch, skandinavisch; auch die Österreicher sind da ja ziemlich schräg unterwegs.

Jeder Jeck ist bekanntlich anders. Werden die Kinogänger den Hägerschen Humor nachvollziehen bzw. an den „richtigen“ Stellen lachen?

Sagen wir mal so: Wenn das alle täten, hätte ich definitiv was falsch gemacht. Mein Humor und damit auch die Komik des Films ist gerne mal sarkastisch, auch derbe, gelegentlich unkorrekt, wobei ich denke, dass ich mich da vergleichsweise zurückgehalten habe. Als wir die Altersfreigabe FSK 12 bekamen, war ich fast ein bisschen enttäuscht und dachte: Hach, hättest du vielleicht doch noch mehr krankes Gedankengut unterbringen sollen. Aber insgesamt haben die verschieden Reaktionen von Testzuschauern und bei Previews gezeigt, dass man den Film entweder kultverdächtig einstuft oder etwas überfordert ist von diesem Genrebastard.



Ab wie viel Besuchern deutschlandweit knallen die Sektkorken?

Ganz ehrlich, ich hasse die Frage und – ich warne vor – werde sie auch uneindeutig beantworten. Für uns als Debütproduzenten zählt tatsächlich die Anerkennung. So schön es ist, sich in sechsstellige Besucherzahlen zu träumen, ist die Realität im Kino doch so, dass heute ein Großteil der Filme, darunter auch viele sehr teure, die mit Stars auftrumpfen, froh sein können, wenn sie in der zweiten Woche noch gespielt werden. Pro Woche starten manchmal so viele neue Filme, dass es für einen Kinozuschauer immer schwieriger wird zu filtern, was er sehen möchte. Insofern freuen wir uns, wenn vor allem in der Region die Leute sagen: Ein Kinofilm in und aus Wuppertal – den muss ich sehen! 



Nach dem Film ist vor dem Film. Woran arbeitet die Rex Film Produktion aktuell?

Mit der „Schnitzeljagd“ bereiten wir einen tragikomischen Roadmovie vor, der vor allem Leuten gefallen wird, die Filme wie „Little Miss Sunshine“, „Alles ist erleuchtet“ oder auch „Wir können auch anders“ lieben. Bis jetzt haben für die Hauptrollen unter anderem Christoph Maria Herbst, der ja auch schon bei King Ping mit von der Partie ist, Henry Hübchen und Iris Berben zugesagt. Da aber auch dieses Werk eine skurrile bis surreale Handschrift bekommen soll, werden wir uns wie bei „King Ping“ für die weitere Besetzung auch auf die Suche nach unbekannteren, dafür eigenwilligen Charakterköpfen machen. Parallel dazu, vielleicht auch schon vorher, wird REX Film den Pilotfilm zu einer subversiven Sitcom drehen. Spätestens dann könnten sich beim ungeneigten Zuschauer Zweifel an der geistigen Gesundheit des Herrn Häger regen.

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