Sag, dass du mich liebst: Neurosen für den Star

Die US-Unterhaltungsmaschinerie versorgt uns ja beständig mit herrlich neurotischen Frauen-Figuren à la Carrie Bradshaw oder Ally McBeal: nach außen hin wahnsinnig emanzipiert und stark, innerlich furchtbar chaotisch und stets am Rande des Nervenzusammenbruchs. Der französische Regisseur Pierre Pinaud lässt uns nun in Paris auf ein ebensolches Exemplar namens Claire Martin treffen.

Claire ist Star-Radiomoderatorin bei Radio France und geht allabendlich einfühlsam auf die Sorgen ihrer Hörer ein. Unter dem Pseudonym Mélina ist sie die bekannteste Stimme Frankreichs, doch niemand kennt ihr wahres Gesicht: Sobald das Mikro aus ist, bleibt von der starken Frau nämlich kaum noch was übrig. Isoliert und von Neurosen zerfressen, meidet Claire privat andere Menschen. Doch diese merkwürdige Diskrepanz hat Gründe: Als Kind von ihrer Mutter verlassen, wuchs Claire in Heimen auf und versucht seither, ihre Mutter ausfindig zu machen. Dies gelingt ihr schließlich mit Hilfe einer Detektei: Sie erfährt, das ihre Familie am Stadtrand lebt. Eine Zeit voller Widersprüche und Wirrungen beginnt.

All dies verpackt Pinaud in ein mitunter leicht seichtes und dennoch sehr sensibel erzähltes Drama, das zuweilen – wenn auch eher unfreiwillig – ins Komische abdriftet.

 

F 2012. R: Pierre Pinaud.

D: Karin Viard, Nicolas Duvauchelle, Nadia Barentin