Die Vermessung der Welt: Zwei Leben

Unlängst ist ja Uwe Tellkamps Bestselleroman „Der Turm“ als Zweiteiler im Ersten gelaufen, nun wurde ein weiterer großer Literaturerfolg aus deutschen Landen verfilmt, allerdings nicht für die kleine öffentlich-rechtliche Mattscheibenbeflimmerung, sondern für die ganz große Leinwand. In 3D!

Vielleicht nicht die offensichtlichste Wahl, überließ man es den komödienerfahrenen Händen von Detlev Buck („Männerpension“) aus dem schwierigen Stoff ein imposantes Kinoereignis zu zimmern. Und neben guten Freunden wie Sven Regener und Leander Haußmann als Überraschungsgästen in Kleinstrollen, verblüfft Buck tatsächlich mit ebenso trockenem Humor wie mit einem saftig fotografierten Panorama zweier Lebensentwürfe, einem breitwandtauglichen Panoptikum zweier deutscher Geistesgrößen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Denn während der scheue Mathematiker Carl Friedrich Gauß lieber in den eigenen vier Wänden grübelt und brütet, zieht’s den abenteuerlustigen Naturforscher Alexander von Humboldt hinaus in die weite Welt. Beide erforschen und entdecken im Namen der Wissenschaft auf völlig verschiedene Art und Weise die Welt, „Die Vermessung der Welt“ schildert diese Parallelwelten der beiden Lebenswege mit leiser Ironie und schicken Bildern ebenso klug wie kauzig.

D 2012. R: Detlev Buck. D: Albrecht Schuch, Florian David Fitz, David Kross