Dokumentation Bottled Life: Sondervorstellung im Endstation Kino

| Foto: W-film / DokLab

Eine Enthüllungsdokumentation, die für Furore sorgte und dem Großkonzern Nestlé schlechte Presse einbrachte: Im Jahr 2012 drehten der Schweizer Journalist Res Gehriger und sein Kollege Urs Schnell die Dokumentation „Bottled Life – Das Geschäft mit dem Wasser“ ab. Der Film zeigt, wie Lebensmittel-Großkonzerne der westlichen Welt, die günstigen Rechtslagen in strukturschwachen Ländern der dritten Welt ausnutzen, um ihren Profit zu maximieren. Dabei kommt vor allem ein Lebensmittelriese besonders schlecht weg: die Schweizer Firma Nestlé.

Seit dem wird mit gegensätzliche Darstellungen auf Internet-Webseiten und über mediale Berichterstattung ein ideologischer Kampf zwischen den Filmemachern und dem Konzern ausgetragen. Nestlé pumpe Grundwasser aus den betroffenen Ländern ab, nur um es dann, mit Mineralien versetzt und abgefüllt in Plastikflaschen, zu horrenden Preisen wieder an die Menschen zu verkaufen, so die Schlussfolgerung der Filmemacher. Der Film sei einseitig dargestellt, und rücke Nestle bewusst in schlechtes Licht, so die Firmenleitung.

Das Filmteam hinter „Bottled Life“ ist nicht häufig für Dokumentarproduktionen im Schweizer Fernsehen (SF) zu sehen. Als regelmäßige Kollegen des Produtionsteams „DocLab“ recherchieren, produzieren und veröffentlichen sie gemeinsame Projekte zu thematischen Feldern wie Tier- und Menschenrechte, oder Völker- und Länderkunde. Für die Bottled Life-Recherche reiste SF Journalist Geriger beispielsweise zu Nestlé-Produktionsstätten in den U.S.A., Pakistan oder Nigeria. Nichtsdestotrotz streitet Nestlé viele seiner Erkenntnisse, die auch im Film auftauchen, bis heute ab.

Unabhängig von der Frage, wer nun in welchen Detailpunkten recht hat, und wer nicht, eines scheint sicher: „Bottled Life“ setzt einmal mehr ein großes Fragezeichen hinter die Moral von kapitalistischen Großkonzernen der heutigen Zeit. Im Januar 2012 lief der Film in der Schweiz an. Seit September ist der Film in deutschen Kinos zu sehen. Am 30. Oktober ist er um 19 Uhr in einer Sondervorstellung im Endstation Kino zu sehen.