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A Tribe Called Quest war eine der einflussreichsten und erfolgreichsten Hip-Hop Gruppen aller Zeiten. Bekannt für ihre einzigartige Annäherung an Rap-Musik unter Verwendung von jazzigen-Klangteppichen hin zu afrozentrischen Reimen, war ihr Sound maßgebliche und willkommene Berührungslinie des Genres. Die geborenen New-Yorker Q-Tip, Phife Dawg, Jarobi und Ali gründeten A Tribe Called Quest im Jahr 1985. Ihr ganz eigener Stil, jenseits von aggressivem Getue und East vs. Westcoast Gerangel, hat nicht nur so erfolgreichen Albumverkäufen geführt, sondern auch eine ganze Generation von Hip-Hoppern beeinflusst. Vom ersten Album (People’s Instinctive Travels and the Paths of Rhythm, 1990 erschienen) bis zur Bandauflösung und dem 1999 erschienenen letzten Album The Love Movement haben A Tribe Called Quest mit ihren insgesamt vier Alben mehrfach Platin und Gold gewonnen. In dieser Zeit jedoch hat die Band auch den Ausstieg von Jarobi White zu verkraften, der seiner zweiten Leidenschaft, dem Kochen, folgte und ein Restaurant eröffnet und die immer heftiger werdenden Auseinandersetzungen zwischen Q-Tip und Phife Dawg, die letztendlich einer der Hauptgründe für das Ende von A Tribe Called Quest waren.
Regisseur Michael Rapaport, der vielen als Schauspieler bekannt sein dürfte (u.a. spielte er mit in True Romance, und Woody Allens Filme Geliebte Aphrodite und Schmalspurganoven), ist großer A Tribe Called Quest Fan und hat, als die Band sich 2008 entschließt, noch ein Mal auf Tour zu gehen, die Chance ergriffen und sie begleitet. Dass sein Film mehr ist als eine Musik-Doku wird schon in den ersten Minuten deutlich. Aus dem Off sind Q-Tip und Phife zu hören, die scheinbar unversöhnlich über das Ende der Band und ihr Verhältnis zueinander reden. Rapaport schafft es jedoch trotz des schwelenden Dramas, dass sich durch die ganze Bandgeschichte zieht, ein Erzähltempo zu finden, das einen mitnimmt wie die besten Tracks von A Tribe Called Quest. Der pointierte Soundtrack, der neben der Musik von Madlib sowohl Tribut zollt an die Vorbilder als auch an die Hip-Hopper, deren Karrieren unter dem starken Einfluss der New Yorker Rapper gestartet sind, wurde von Peanut Butter Wolf zusammengestellt. Die Vorbilder, Weggefährten und beeinflusste Rapper kommen im Film zu Wort, ohne das dieser überfrachtet scheint mit Talking Heads. Besonders die Anfänge von A Tribe Called Quest, illustriert mit unglaublichen Fotos von Menschen mit noch viel unglaublicheren Ghettoblastern und Geschichten über eine Zeit, in der es das größte war in der Radiosendung von DJ Alert einen Track platziert zu haben, zeigen, dass hier mehr als ein Bandmythos sondern auch ein wichtiges Stück amerikanische Kulturgeschichte erzählt wird.
Rapapports Debut lässt auf mehr hoffen. Er selbst hat auf jeden Fall nach den Dreharbeiten verkündet, dass er sich gut vorstellen könnte, ins Regiefach zu wechseln.
Termine im Ruhrgebiet:
ab 12.07. Endstation Kino, Bochum; ab 27.07. swwetSixteen, Dortmund