Ralf Husmann: Die spitze Feder hinter Stromberg der Film

Produzent und Drehbuchautor Ralf Husmann | Foto: Jürgen Naber

Firmenfeiern sind wie das letzte Abendmahl. Zu wenig Weiber, scheiß Essen, und am Ende gibt’s Ärger.“ Bürohengst Bernd Stromberg macht sich mit all seinen Mitarbeitern der Schadensregulierung auf den Weg nach Botzenburg, wo die feucht-fröhliche 50-Jahre-Jubiläumssause der Capitol-Versicherung auf die versammelte Belegschaft wartet. Dirk Krogull traf derweil „Stromberg“-Produzent und Drehbuchautor Ralf Husmann in Köln auf einen Kaffee.

„Alle fahren mit, nur unser Praktikant Jonas musste leider den Bus verpassen. Der Schauspieler Max Mauf hatte schon bei einem anderen Projekt für ein paar Drehtage in Thailand unterschrieben. Auch wenn ich ihn gern in ,Botzenburg’ dabei gehabt hätte“, lacht Husmann. Im Film wird Botzenburg als die Stadt beschrieben, in der Robert Schumann sich auch schon einmal versucht hat umzubringen. „Das ist natürlich ein fiktiver Ort. Für mich hängen allerdings Erinnerungen an die Harald-Schmidt-Show daran. Wir haben seinerzeit das schöne ,Botzenburg’ besungen, so in der Art von Gunter Emmerlich.“

Ein Dortmunder Junge

1964 in Dortmund geboren und jahrelang im Team mit Hubert Burghardt als Comedyduo auf den Kleinkunstbühnen dieser Welt unterwegs, sammelte Husmann seine ersten Erfahrungen mit der Funk- und Fernseharbeit beim „Kabel-Pilotprojekt Dortmund“, mit dem die öffentlich-rechtlichen Sender den neuen privaten Konkurrenten seinerzeit Paroli bieten wollten. „In Dortmund hab’ ich das ganze Handwerkszeug gelernt“, so Husmann. Ein Handwerkszeug, das er später in der Zusammenarbeit mit Harald Schmidt, Christian Ulmen oder Anke Engelke gut gebrauchen konnte. Der Song „Lass das mal den Papa machen“ zum „Stromberg“-Film entstand gemeinsam mit Stefan Raab, der in seiner Sendung „TV Total“ ja auch hundert Euro zum Crowdfunding des Films beigetragen hat. „Die haben wir in unserem 13-minütigen Abspann ja auch ganz brav neben allen anderen Crowdfundern aufgeführt.“ Diese Art der Finanzierung gab Husmann jede Menge Freiheit bei der Produktion. Ganz anders als beispielsweise bei der Verfilmung seines Romans „Nicht mein Tag“, bei der ein mächtiger Verleih namens Sony dem Regisseur Peter Thorwarth doch ab und an ein bisschen reinreden wollte.

„Probleme sind für mich wie Brüste. Ich muss sie anfassen, dann macht’s am meisten Spaß“, sagt Stromberg im Film, und dass der Kinoausflug der „Stromberg“-Crew tatsächlich dermaßen viel Spaß macht, ist am Ende wohl auch Ralf Husmann und dieser neuen Art des unabhängigen Filmemachens zu verdanken!

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