Nymphomaniac: Poesie und Perversion

Schon in den letzten beiden Filmen von Profi-Provokateur Lars von Trier musste sich Charlotte Gainsbourg (in „Antichrist“) entweder selbstverstümmeln oder (in „Melancholia“) dem Weltuntergang hingeben, im neuen Werk des Meisters geht sie in einer schauspielerischen Tour de Force erneut an ihre Grenzen. Ganz großes Kino!

Im Director’s Cut sage und schreibe 5 1/2 Stunden lang, kommt von Triers „Nymphomaniac“ nun erstmal in einer zuschauerschonenden Vier-Stunden-Fassung in die Kinos, ihrerseits aufgeteilt in zwei Teile à zwei Stunden. Und wer nach dem Trommeln und Tösen der Werbemaschinerie im Vorfeld einen Erotikkracher mit zig Super-Stars in saftigen Sex-Szenen erwartet hat, der wird im Kinosaal jetzt mit jeder Menge Drama und Humor und einem ungewöhnlich freundlichen Erzählton abgeholt: Pointen statt Porno!

Denn während von Triers letzte Filme sich arg stark den depressiven Schüben des Radikal-Regisseurs hingaben, vertreibt einem dieses schick fotografierte Filmchen trotz aller Tristesse mit seinen eher philosophischen denn pornografischen Einschüben spielend die Zeit. Wenn der alte Junggeselle Seligman die Nymphomanin Joe in der Gosse aufliest und sie ihm im Anschluss kapitelweise ihre intime Lebensgeschichte auftischt, dann mag der mäandernde Streifen in seiner Story-Struktur womöglich an das Motto „Chaos Reigns“ aus „Antichrist“ erinnern, weiß aber dennoch auf höchstem Niveau bestens zu unterhalten. Und auf den zweiten Teil neugierig zu machen, in dem dann Willem Dafoe, Jamie Bell und Udo Kier auftauchen.

Start: 20.2.
D/DK/F/B/GB 2013. R: Lars von Trier

D: Charlotte Gainsbourg, Stellan Skarsgård, Shia LaBeouf, Christian Slater, Uma Thurman

Trailer:

Nymphomaniac Teil 2

Start: 3.4.

Nymphomaniac Volume 2: Mea Vulva

Und weiter geht’s mit Lars von Triers überlanger Reise in die Abgründe der Seele und hinein in die prallgefüllte Lebens- und Liebensgeschichte von Protagonistin Joe, die ihrem ach so verständnisvollen Beichtvater Seligman in weiteren Kapiteln ihre erotischen Eskapaden schildert. Neu dabei in dem poetisch-philosophisch-pornografischen Reigen sind Ex-Billy-Elliot Jamie Bell als peitschenschwingender [mehr...]


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