Internationales FrauenFilmFestival: 105 Filme aus 24 Ländern

Eröffnungsfilm: Ginger & Rosa | Foto: Concorde Filmverleih

Wo hätte man die acht nominierten Filme des Internationalen FrauenFilmFestival 2013 besser präsentieren können, als im 20. Stockwerk des RWE Towers? Mit direktem Ausblick auf das Dortmunder U, dem diesjährigen Hauptschauplatz des vom 09.-14. April stattfindenden Festivals.

Eröffnet wird das Festival mit der Deutschlandpremiere von Sally Potters Coming-of-Age-Spielfilm „Ginger & Rosa“. Thematisiert wird die Freundschaft zweier Mädels, die während der 60er, in der Zeit des Kalten Krieges und der sexueller Revolution, spielt. Mit dabei auch die bereits in den USA aufstrebende Jungschauspielerin Elle Fanning (Ginger).

Ins Rennen für den Internationalen Spielfilmpreis werden acht Filme geschickt, die mit einem Preisgeld von 25.000 € ausgezeichnet werden. Davon gehen 15.000 € an die Regisseurin und 10.000 € an den Filmverleih. „So wollen wir sichergehen, dass die prämierten Filme im Anschluss auch gezeigt werden,“ erklärt Silke Räbiger, künstlerische Leiterin des Festivals.

Erstmalig in diesem Jahr wird das Schulfilmprogramm parallel in Dortmund und Köln geplant und inhaltlich erweitert. Von der Doku bis zum Trickfilm werden auch hier unterschiedliche Genres präsentiert. Die Ausweitung der Sparte "Filmbildung" wird zu großen Teilen von öffentlichen Geldern finanziert: „Das IFFF ist eine der wenigen kulturellen Einrichtungen, die es geschafft haben, im letzten Jahr eine Erhöhung an öffentlichen Fördergeldern zu erreichen, „ hält Dortmunds Bürgermeisterin Jörder fest und wirkt dabei beinahe selbst ein wenig verwundert. „Das zeigt, welchen Stellenwert das Festival für Dortmund und die Region hat.“

Highlight des ausgebauten Schulprogramms wird der oscarprämierte „Searching for Sugarman“ sein. Eine schwedisch-britische Co-Produktion von Malik Bendjelloul über den Musiker Sixto Rodriguez, der in Südafrika zum Star wurde.

Im Anschluss an die Filme soll mit den Schülerinnen und Schülern in Diskussionsrunden über die Inhalte, aber auch über filmische Mittel und Ästhetik gesprochen werden. Pädagogen und Schulen sind aufgerufen, sich ab sofort für die Vorführungen, die ab 9 Uhr im Dortmunder U gezeigt werden, anzumelden.

Die 8 Wettbewerbsfilme im Überblick

„Children of Sarajevo“ ist das neue Werk der Bosnierin Aida Begic. Ein Film über zwei Kriegswaisen, die gemeinsam versuchen, einen Ausweg aus der Perspektivlosigkeit zu finden und nach ihrem Platz im chaotischen Bosnien suchen. Die Festivalmacher überzeugte vor allem die „dezidierte Bildsprache und der unverwechselbare Stil.“


Die deutsch-österreichische-polnische Produktion „Die Lebenden“ ist ein Film, der die Geschichte einer 25-Jährigen auf einem Selbstfindungstrip beschreibt. Ausgelöst wird dieser durch die zufällige Entdeckung eines Fotos, das ihren Großvater in SS-Uniform zeigt. Auf der Suche nach den Spuren der Vergangenheit, macht sie sich auf einen Reise nach Berlin über Wien und Warschau bis nach Rumänien. „Der Film ermöglicht einen jungen, von Schuld unbelasteten Blick auf die NS-Vergangenheit,“ so Räbinger.


Der polnische Berlinale-Gewinner „In the Name of“ thematisiert die Homosexualität des Priesters Adam (gespielt von dem polnischen Star Andrzej Chyra), der einen inneren Kampf zwischen Zölibat und Sehnsucht nach der Liebe zu einem jungen Mann führt. Regisseurin Małgoska Szumowska bleibt dabei „dicht am Protagonisten wodurch eine schmerzhaft detaillierte Nähe entsteht.“


Im Roadmovie „Jackie“ geht es um die Geschichte zweier bei einem schwulen Pärchen aufgewachsenen Schwestern, die sich nach einem unerwarteten Anruf aus dem Krankenhaus auf die Reise zu ihrer zuvor nie gesehenen Mutter begeben. Gemeinsam mit der „Eizellen-Lieferantin“ machen sie sich auf den Weg ins Rehazentrum quer durch New-Mexiko. Die Hippie-Mutter wird von Holly Hunter gespielt, die in dieser Rolle besonders brilliert.


Ein berührendes Frauen-Porträt ist vertreten mit dem vietnamesischen Beitrag „Mother´s Soul“. Laut der Regisseurin Pham Nhue Giang: „Ein Manifest für das Recht der Kinder auf Liebe und Fürsorge durch ihre Familien und die Gesellschaft.“

Ebenfalls nominiert ist der koreanische Thriller „Pluto“. Eine Gruppe von Eliteschülern, die für die Annahme auf der besten Universität des Landes über Leichen gehen.


Pelin Esmers türkischer Film „Watchtower“ erzählt die Geschichte zweier Menschen, die unabhängig voneinander Schutz vor der Welt suchen. Als sich Nihats, den eine große Schuld quält, und Sehers, die auf der Flucht vor ihrer Familie ist, Wege zufällig kreuzen, entschließen sie sich, eine ungewöhnliche Notgemeinschaft im Wachturm mitten im Wald zu bilden.


Foto: Ton Peters

In Meral Uslus Film „Snackbar“ finden marokkanische Jugendliche, die sich nirgendwo geduldet fühlen, Verständnis und Zuflucht bei Alis Imbiss in einem Rotterdamer Vorort. Gleichzeitig gerät Ali selber in Schwierigkeiten und setzt Leben und Existenz aufs Spiel.

Alle Infos auf frauenfilmfestival.eu

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfeld