Hyde Park am Hudson: Macht & Menschlichkeit

Es war ein einmaliger Fund, der dort unter dem Bett der knapp hundertjährigen Margaret „Daisy“ Suckley zu Tage trat: In ihren bis dato geheim gehaltenen Tagebüchern wirft die entfernte Cousine von Franklin D. Roosevelt ein ganz neues Licht auf ihre unerwartet intime Beziehung zu jenem legendären US-Präsidenten … und auf ihre gemeinsamen Tage auf dem schmucken Anwesen „Hyde Park am Hudson“. Regisseur Roger Michell („Notting Hill“) nahm sich dieses höchst amüsanten und sehr privaten Blicks hinter die Kulissen der Weltgeschichte filmisch an … und serviert nun eine hinreißend heitere Komödie mit einem herausragenden Bill Murray.

Konkret geht’s vor allem um ein ereignisreiches Juni-Wochenende im Jahr 1939 (die große Wirtschaftsdepression ist gerade erst überwunden; der Zweite Weltkrieg steht kurz bevor), an dem der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt und seine Gattin Eleanor auf ihrem mondänen Landsitz „Hyde Park am Hudson“ hohen Besuch erwarten: Als erste britische Monarchen überhaupt beehren King George VI. und seine Gemahlin Queen Elizabeth aus dem Vereinigten Königreich die Vereinigten Staaten mit einer geschichtsträchtigen Stippvisite – jenen stotternden, sensiblen König kennt man ja bereits aus dem oscarprämierten Meisterwerk „The King’s Speech“.

Und noch ein weiterer illustrer Gast weilt an diesem Wochenende auf dem Familienanwesen der Roosevelts: eben jene Margaret „Daisy“ Suckley, mit der der gute alte Franklin eine kleine feine Liebesaffäre unterhält. Es bahnt sich also ein recht stürmisches Wochenende an, das die Befürchtungen aller Beteiligten am Ende weit übertreffen und das letztlich die beiden Nationen dennoch näher zusammenrücken lassen wird… inklusive allerlei Heimlichtuereien, nächtlicher Eskapaden, verkrampfter Picknicks, politischer Differenzen … und amerikanischer Hot Dogs, die auf englischen High-End-Snobismus treffen.

Allein Bill Murray in einer preisverdächtigen Paraderolle als durch eine frühe Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselter Präsident, der hier mit all seinen menschlichen und allzu menschlichen Schwächen den Dreh- und Angelpunkt des Streifens darstellt, ist den Kauf der Kinokarte wert!

Start: 28.2
GB 2012. R: Roger Michell

D: Bill Murray, Laura Linney, Olivia Williams

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Hyde Park am Hudson im Kino