Das IFFF widmet sich dem Exzess

Szene aus "Peaches does herself" | Foto: Lynn Lauterbach

Internationales Frauenfilmfestival im April in Dortmund

Die Pressekonferenz des Internationalen Frauenfilmfestival, das vom 9. bis 14. April wieder die Dortmunder Leinwände bespielen wird, startete gleich mit einer frohen Botschaft. Kurt Eichler, Geschäftsführer der städtischen Kulturbetriebe, verkündete eine Anhebung der städtischen Zuschüsse um jährlich 30 000 Euro. Kein kleiner Posten im Gesamtetat, der – Preisgelder ausgenommen – bei rund 500 000 Euro liegt.

Mit der zusätzlichen Finanzspritze plant die Künstlerische Leiterin Silke J. Räbiger in erster Linie das Programm jenseits des Festivals zu erweitern und dabei vor allem mit Schulen zusammenzuarbeiten. Derzeit arbeiten z. B. Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums an einem Übersetzungsprojekt des oscarprämierten britischen Kurzfilms Wasp von Regisseurin Andrea Arnold.

Thematisch widmet sich die 8. Ausgabe des IFFF Dortmund / Köln in diesem Jahr dem „Exzess“. „Der Titel ruft immer ganz unterschiedliche Reaktionen hervor“ beschreibt Räbiger das erste Feedback auf den inhaltlichen Leitfaden, der sich ebenso mit der „Ausbeutung von Ressourcen“ beschäftigt wie auch mit den „Veränderungen der digitalen Welt“ sowie gesellschaftlichen Selbstoptimierungsprozessen.

Von herausgehobener Bedeutung ist in Dortmund traditionell die Dokumentarfilm-Sparte. So erhält in diesem Jahr die niederländische Filmemacherin Heddy Honigmann den von der Sparkasse Dortmund gestifteten und mit 10 000 Euro honorierten „Dortmunder Ehrenpreis Dokumentarfilm“. „Sie ist eine der Wenigen, die ein sehr gutes Gespür für die Vertonung ihrer Filme hat“, skizziert Silke J. Räbiger die besonderen Fähigkeiten der Preisträgerin.

Darüber hinaus besticht das Angebot des IFFF vor allem durch seinen Facettenreichtum. Für mit Livemusik untermalte Stummfilme aus der Pionierzeit des Kinos ist gleichermaßen Platz im Programm wie für die Filmreihe „Exploitation“. „Ein großes Vergnügen und ein großer Spaß für Freunde des B-Movie-Trash“, freut sich Festivalleiterin Räbiger bereits auf den Monster-Klassiker „Grauen aus der Tiefe“ von Barbara Peeters.

Zentraler Anlaufpunkt des Festivals ist 2013 das Dortmunder U, wo auch ein Teil des Programms im hauseigenen RWE Forum läuft. Als weitere Aufführungsorte dienen die Schauburg, das sweetSixteen im depot, das CineStar sowie die VHS Dortmund. Ausgewählte Werke sind zudem in der IFFF-Partnerstadt Köln zu sehen.