Wonder Wheel: Poetischer Rummel

| Foto: 2016 Warner Bros. Ent.

Nicht nur im Lichte der Missbrauchsenthüllungen, die momentan Hollywood aufrütteln, fällt es schwer, einen Film von Woody Allen zu empfehlen, dessen Adoptivtochter ihn erstmals 1992 des schweren Missbrauchs anklagte. Wer das Werk vom Autor trennen kann, löst in „Wonder Wheel“ eine Fahrkarte zum starbesetzten Nostalgietrip ins Coney Island der 50er Jahre. Hier verstricken sich die Geschichten verschiedener Protagonisten, vom Rettungsschwimmer mit Autorambitionen bis zur Kellnerin mit Mafiaverbindungen. Alles ist durchdrungen von Poesie, Rummellichtern und Melodrama, aber so richtig haften bleiben will nichts. Wie etliche der letzten Woody-Allen-Projekte ist auch „Wonder Wheel“ bildhübsche Unterhaltung für den Moment, aber kein Meilenstein.

Start: 11.1.
USA 2017
R: Woody Allen
D: Kate Winslet, Justin Timberlake, Juno Temple, James Belushi