Nebraska: Sturer Hund

Dass er alte Männer in ganz ganz glorreicher Art und Weise auf die Kinoleinwand zu hieven versteht, hat Regisseur Alexander Payne mit seinem Hauptdarsteller Jack Nicholson schon in „About Schmidt“ bewiesen. Für seinen neuen Film hat Payne zwar keinen Superstar solchen Kalibers gewinnen können (auch wenn es anfangs die Idee gab, den pensionierten Gene Hackman zu reaktivieren), Bruce Dern jedoch ist ein absoluter Glücksfall für die in schroffen Schwarzweißbildern eindrucksvoll fotografierte, sensibel erzählte Indiekomödie, und wurde bei den Filmfestspielen in Cannes für seine Rolle zu Recht als bester Darsteller ausgezeichnet.

Als leicht leicht demenzkranker Grantler, Trinker und Eigenbrötler Woody Grant ärgert er in Montana gern seine gar garstige Gattin und seine beiden Söhne. Einer von letzteren zieht nun mit seinem Daddy los, um in Nebraska ein zugesandtes Lotterielos einzulösen. Obwohl seinem Sohn klar ist, dass es sich bei dem vermeintlichen Millionengewinn nur um einen Werbeprospekt und somit eine Luftnummer handelt, will er seinem sturen Dad eine Freude machen. Blöd nur, wenn die einfältige Verwanschaft sofort die Hand aufhalten will. 

Eine ebenso wehmütig melancholische wie zeitweise amüsant charmante Klein-Ode an ein unbekanntes Amerika der kleinen Leute, unter anderem mit einem weiteren alten Hollywood-Haudegen, Stacy Keach, in einer prägnanten Nebenrolle.

Start: 16.1.USA 2013.
R: Alexander Payne

D: Bruce Dern, Will Forte, Stacy Keach

Trailer:

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