coolibri-Stage@Rotunde Tag 3: Ein Auftritt ist noch immer das beste Cardio Training

80s Punk: Barb Wire Dolls | Foto: Daniel Olligschläger

Exklusive Ankündigungen, Ringbühnen-Bands im Publikum und erotisierter 80er Jahre Punk: Der Samstag auf der coolibri-Stage@Rotunde steckt voller Höhepunkte, und das ist keine leere Worthülse.

Los geht’s mit der ersten weiblich besetzten coolibri-Band an diesem Wochenende. Um ein reines Frauentrio handelt es sich bei NRT allerdings nicht, liebe WAZ, an den Drums knüppelt schließlich Daniel Fasold. Seine beiden Bandkolleginnen Dorette Gonschorek und Petra Franetzki kümmern sich derweil um Gesang, Trompete, Sounds und Bass. Was dabei rauskommt, bezeichnen sie als Elektro-Rave-Rock. Wir stimmen dem zu und möchten noch das Attribut tanzbar hinzufügen, also weniger Pink Floyd und mehr Disko. Dem Publikum gefällt es, und es wird sich schon mal für die nächste spacige Formation warmgetanzt.

Bei denen steckt der Weltraum allerdings nur im Namen: The Outer Space Association beglücken das Publikum mit angenehm runden Ska ohne Hektik. Teilweise lassen sich sogar ein paar kultige 60s-Rock-Anlehnungen erahnen. Das Fassungsvermögen vor der Bühne stößt das erste Mal an seine Grenzen, die Bochumer Band hat ordentlich Fans mitgebracht und zieht mit ihrem Sound neue an. Während der Regen draußen für Abkühlung gesorgt hat, ist man drinnen schweißgebadet.

Dank einiger Zugaben verzögert sich der Start der nächsten Band um gut 20 Minuten, doch das Warten lohnt sich. Supermutant stehen nach einem halben Jahr Pause das erste Mal wieder live auf der Bühne. Einen kleinen Verspieler kann man da gerne verzeihen. Der mitgebrachte Support von Labelkollegen Captain Planet und Matula sorgt im Anschluss für Sicherheit. Die perfekte Familienzusammenführung dann mit dem letzten Song. Supermutant kündigen ein Matula-Cover an, Matula-Sänger Tobbe entert spontan die Bühne und singt „Over the Top“ sichtlich erfreut mit.

Insgesamt wirken die Jungs von Supermutant angenehm sympathisch, von Hipsterattitüde ist, anders als es so manches Bandfoto vermuten ließ, nichts zu spüren. Im Gegenteil, Sätze wie „Ein Auftritt ist immer noch das beste Cardio Training, ich bin fett geworden“, wirken entwaffnend bodenständig. Kein Wunder also, dass auch hier lautstark um Zugabe gebeten wird. Und dann gibt es auf der Bühne auch noch exklusive starke Neuigkeiten: „Wir haben uns gedacht, das kann es noch nicht gewesen sein. Deshalb wollen wir im März nächsten Jahres wieder zusammen ins Studio und ein neues Album aufnehmen.“ Wenn das genauso stark wird wie das Debüt FRVR, das mit melodischem Indiepunk und ausgefeilten Texten bestach, ist die Vorfreude unsererseits groß.

Gegen 23.30 Uhr wird dann der letzte Act des Abends mit grölenden „Wir wollen Punk“-Chören begrüßt. Sollt ihr haben. Die Barb Wire Dolls sind eine ursprünglich griechische Band, die astreinen 80er-Jahre-LA-Punk abliefern. Und damit haben sie eine extrem große, weltweite Fangemeinde. Das liegt sicherlich auch an Sängerin Isis, die in knappen, karierten Shorts, bauchfrei mit Pumps auf den Plan tritt und mit lasziven Blicken und Bewegungen Fotografen und Fans in ihren Bann zieht. Man kann sich in etwa ausmalen, welchen Wirbel die extrovertierte Dame in ihrer Jugend auf der kleinen Insel Kreta gemacht haben muss. Musikalisch mag das ganze kein Höhepunkt sein, die Show hingegen stimmt, und so tropft auch bei diesem Auftritt jede Menge Schweiß von Körpern und Decke. Übermütige Fans müssen teilweise liebevoll von der Bühne geschubst werden, und auch wenn die Sängerin angezogen bleibt, lassen doch zumindest alle männlichen Bandmitglieder und nicht wenige im Publikum die T-Shirts fallen. So viel Party quittiert die Band auf ihrer Facebookseite mit einem Dankeschön: „WE HAD AN AMAZING SHOW LAST NIGHT AT TOTAL FESTIVAL IN BOCHUM, GERMANY!! “ Das können wir nur bestätigen.

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