coolibri-Stage@Rotunde Tag 1: RuhrComer of the Year

| Foto: Mathias Brinkmeyer

Nicht kleckern, klotzen, lautet unsere Devise. Deshalb begannen wir den Donnerstag bei Bochum Total gleich mal mit einem Wettbewerb. Vier Bands aus dem Ruhrgebiet hatten sich in den schweißtreibenden Vorrunden des Campus RuhrComer bereits die Chance erspielt, auf der coolibri-Stage@Rotunde spielen zu dürfen. Gestern winkten im großen Finale weitere Preise und natürlich noch mehr Ruhm und Ehre.

Vielfältig und hochwertig präsentiert sich die Pott’sche Nachwuchswelt dieser Tage. Egal ob beim Best of Unsigned, im coolibri-Babo-Zelt auf der Extraschicht oder eben bei Bochum Total. Bei strahlendem Sonnenschein war die düstere Rotunde zwar nicht bis ins letzte Loch gefüllt, über mangelnden Support konnte sich jedoch auch keine Band beschweren. Die schwierige Aufgabe des Auftakts wurde von New Face spielend leicht übernommen. Hände in die Luft, springen, singen: Das Publikum wurde gleich in Bewegung gesetzt. Raps und Synthies sorgten für das nötige Tempo und die Tänzer auf der Bühne für zusätzliche Anregung.

Gefällig ist das neue rebellisch

Ruhig und gemütlich wurde es dann bei Barop (Ameisenbär). Eine Gitarre, die immer wieder träumerisch in den Weltraum abdriftet, trifft hier auf einen entspannten Bass und warme Texte auf Englisch, Französisch, Portugiesisch und Türkisch. Da wirkte auch die Videoprojektion von Dirty-Dancings Johnny, der sein Baby herumwirbelt, nicht mehr rebellisch sondern, sondern wie ein romantischer Traum. Anders, als so manchem zart besaiteten Indie-Songwriter, gelang den sympathischen dreien die Kommunikation mit dem Publikum erstaunlich gut. Selbst bei dem Versuch, einen dreistimmigen Chor zu eröffnen, war der gute Wille vor der Bühne da. Empire of a Dancing Bear verstanden es, das Publikum nach der Umbaupause besonders charmant wieder aus der Sonne in die Rotunde zu locken. Kurzerhand wurden die Gitarren umgeschnallt und die Menschen hereingesungen. So lässt man sich gerne bitten. Mit ihrem Indie-Folk-Pop trifft die Band den Nerv der Zeit, entsprechend war die Band ein klarer Publikumsliebling und überzeugte mit Cajon und Akustikgitarre, ob's für den Sieg gereicht hat? Abwarten.

Alle waren Sieger - Von wegen

Denn zuletzt wurde es noch mal laut in der Rotunde. Die Post-Hardcore Band The Life Tonight rockte die coolibri-Stage und brachte textsicheres Publikum mit. Technisch hochwertig und für die kurze Bestehenszeit schon weit entwickelt, sicherten sie sich knapp den Jury-Sieg. “Die Entscheidung war schwierig, weil alle Bands sehr unterschiedlich waren,” erklärte Jurymitglied Inga Pöting “The Life Tonight überzeugte schließlich, weil die Band in sich sehr stimmig ist und einen individuellen Sound mitbrachte.” Erkämpft haben sie sich damit u.a. professionelle Studioaufnahmen und ein Fotoshooting. Und, weil die Entscheidung so eng war, gab es doch noch einen zweiten Sieger: Empire Of A Dancing Bear erhalten den Sonderpreis, einen Auftritt beim Bochumer Musiksommer (5.-7. September). Wir freuen uns drauf.

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