Zweite Runde: Bochum, macht mal Lärm!

Die erste Reihe | Fotos: Anna Dörnemann

Der zweite Tag Bochum Total. Wieder ist jede Menge gute Musik am Start. Trotzdem scheinen gerade die größeren Namen des Tages wie Mega! Mega! oder Youthkills nicht ganz so viele Zuschauer vor der großen Bühne zu mobilisieren, wie beispielsweise noch am Vortag Ok Kid. Der allgemeinen Stimmung tat das aber überhaupt keinen Abbruch. Die war mal wieder Bombe.

Sympathisch und bescheiden zeigten sich die Jungs von Mega!Mega!. Sänger Antonino Tumminelli merkte gleich zu Beginn demütig an, dass die Band im letzten Jahr noch wesentlich früher bei Bochum Total gespielt und weitaus weniger Fans gehabt hätte als heute: „Bochum, macht mal ein bisschen Lärm!“, schreit er in die Menge und ist sichtlich glücklich über den Lärmpegel der Bochumer Boys und Girls. „Geil“, kann er dazu nur anmerken. Geil finden wir, wenn eine Band so bodenständig rüberkommt und gleich noch einen Song mit Sola Plexus performt, der auch schon auf unserer letzten Trainwrecked Party gemeinsam mit Danja Atari die Massen anheizte. Später hat sich die Truppe sogar an der coolibri-Stage@Rotunde blicken lassen (wie Herrenmagazin auch ... und hat jemand Phrasenmäher gesehen? ... die wollten auch kommen). Das gibt extra Sympathiepunkte!

Von Pferden und Socken

Wegbegleiter Fridolin

Wo die Jugend zu Mega! Mega! abfeierte, stand sicherlich so mancher Elternteil beim musikalischen Ruhrpotturgestein Jo Hartmann vor der Bühne. Zumindest war der Platz um die Ringstage gut gefüllt. Wir wuselten uns durchs Bermudadreieck weiter, um die Hamburger Band Liedfett zu begutachten. Drei höchst amüsante und lockere Typen standen da - wahlweise auch nur in Socken – auf der Bühne, tranken Rotwein und hatten gleich mal ihr Steckenpferd namens Fridolin mitgebracht. Dass alle drei Mitglieder ursprünglich aus der Punkszene kommen, hat man sowohl musikalisch als auch textlich gemerkt: Kommst du mit, mit mir, drück die Kippe aus ganz schnell fühl den Tripp in dir, da vorne wirds schon hell, lass den Sturm vorbei, zieh den kragen nochmal hoch ich bleib dabei, auf 3 rennen wir los. Also wir hätten nichts dagegen mit ihnen zu kommen, gemeinsam ein Weinchen zu trinken und uns von ihrer akustischen Musik beschallen zu lassen. Die Hamburger wissen einfach, wie man eine lässig spaßige Bühnenperformance hinlegt.

Londoner Fler in Bochum

Genau gegenteilig, mit Hang zur Dramatik und gut inszeniert, präsentierte sich die Londoner Band Youthkills. Nach Angaben des Moderators war es der erste Ruhrpott Auftritt der Band. Als kleine interessante Nebeninfo: Die Band besteht aus dem Duo Andy Taylor und James Taylor - Söhne der Musiker Andy Taylor und Roger Taylor von Duran Duran. Für ihren gestrigen Live-Auftritt hatte die Band noch einen Keyboarder, Drummer und eine Violinistin mit auf der Bühne. Besonders Sänger Andy war ein wahrer Blickfang mit seinem langen grauen Mantel, der silbernen Dreieckskette – das umgekehrte Dreieck ist auch auf ihrem Albumcover zu sehen - um den Hals und seiner perfekt gestylten Frisur. Wer sich einen Eindruck von der Musik verschaffen will, die Youthkills machen, sollte unbedingt in den Track Time is Now reinhören!

Freitag 19.30 Uhr. Die Frisur sitzt.

Nach dem Auftritt von Youthkills war Bühnenhopping angesagt, denn sowohl die bezaubernde Saint Lu, als auch die Spaßgaranten von Phrasenmäher waren gleichzeitig am Start.

Saint Lu: Nonchalance und Stimmgewalt

Die österreichische Songwriterin hätte locker auf einer größeren Bühne spielen können, drängelten sich doch etliche Zuschauer während ihres Auftrittes vor der Sparkassenbühne. Optisch und stimmlich ist die Frau einfach mal umwerfend. Ganz unaufgeregt mit kurzer Jeanshose, Jeanshemd und einem Look, als ob sie sich gerade nebenbei für den Auftritt fertig gemacht hätte, brillierte die Dame allem voran mit ihrer ausdrucksstarken und außergewöhnlichen Stimme. Man lehnt sich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass diese Frau sicherlich eine der besten weiblichen Stimmen Bochum Totals mitbringt. Musikalisch zieht Lu ihr ganz eigenes Ding durch, bewegt sich zwischen den Soul-Sixties und den beginnenden Siebzigern; kommt während des Auftrittes ganz entspannt und bodenständig rüber.

Saint Lus Vorbild ist Janis Choplin.

Ein paar Stücke von Saint Lu angehört und dann ging es fix zu Phrasenmäher. Da kamen wir genau zur rechten Zeit, denn die drei Jungs stimmten gerade ein A-Capella-Stück an. Janis Kaffka merkte vorher noch an: „Instrumente sind eh überbewertet. Geht doch auch so.“ Irgendwo zwischen einer Mischung aus den Ärzten und den Prinzen, brachten Phrasenmäher dem Publikum vor allem gute Laune. Besonders die Fans in der ersten Reihe tanzten wild ausgelassen und schmetterten jede Zeile mit.

Joggen mit Phrasenmäher

Wie auch im letzten Jahr, animierten die drei Musiker die Massen zu einer kleinen Sporteinheiten. Gesagt, getan. So joggte halb Bochum vor der Bühne im Kreis. Uns wurde dabei etwas schwindelig, deswegen ging es schnurstracks zur coolibri-Stage@Rotunde. Das beste Line-up des Abends tummelte sich nämlich hier – das können wir natürlich ganz unbefangen behaupten!


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