Burg des Schreckens

| Foto: AMA-Berufskolleg

Ritter, Tod und Teufel

Neue Geschichten in alten Gemäuern: Immer nur als Kulisse für Hochzeiten oder als Anlaufstelle für Schulklassen und Bergische-Kaffeetafel-Tanten zu dienen, damit ist jetzt Schluss: Vier Azubis für Tourismus und Freizeit wollen aus dem altehrwürdigen Gemäuer von Schloss Burg mit Grusel-Führungen eine „Burg des Schreckens“ machen.

Ob Rittersturz oder erschlagene Geldboten, schauerliche Storys ranken sich genug um das 1060 errichtete Gemäuer. Warum diese nicht mal fantasievoll inszenieren und damit der Burg ein neues Tourismus-Highlight verpassen? Das dachte sich das Team Bergisches Land Tourismus Marketing e.V. in Solingen.

Die Remscheiderin Kim Schubert absolviert hier im dritten Jahr die duale Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit. Gemeinsam mit Geschäftsführer Holger Piwowar hatte die 23Jährige die Idee, für das alte Gemäuer neue Zielgruppen zu erschließen.

Alte Sagen, neuer Look

„Wir wollen auch jungen Leuten zeigen, hier in der Region gibt es spannende Sachen zu entdecken!“ Sie stellte die Idee ihren Klassenkameraden vom Alfred-Müller-Armack Berufskolleg in Köln vor, die sofort Blut leckten … Seither haben Kim sowie Tim Bastian, Christina Krawietz und Nadine Grunwald diverse Bücherregal entstaubt: „Wir haben alte Sagen und Legenden gelesen und möchten diese in sieben verschiedenen Räumen der Burg authentisch darstellen“, so Kim Schubert. Den Ausbildungsgang zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit, den es erst seit 2005 gibt, findet Kim übrigens super: „Man lernt seine eigene Region besser kennen, und auch die schulische Ausbildung macht total Spaß!“

Arbeit für die Freizeit

Ihre Mit-Azubis lernen etwa beim Phantasialand, auf Campingplätzen oder in Jugendherbergen. „Die Ausbildung dauert drei Jahre und kann nicht verkürzt werden“, erzählt Kim, „aber das Projekt im letzten Jahr mach echt viel Spaß!“ Man glaubt es ihr, wenn sie mit Eifer von ihrem schaurigen Vorhaben berichtet, für das die umtriebigen Vier übrigens noch Mitstreiter suchen. Um die Führungen möglichst authentisch zu gestalten, brauchen sie noch Schauspieler, Gruppen oder Einzelpersonen. „Wir haben schon einige Schauspieler gefunden, die mitmachen wollen“, so Kim. „Wir suchen aber noch weiterhin Maskenbilder oder bergische Markthändler, die handwerkliche Waren oder Mittelalter-Motto passende Waren präsentieren.“ Als schulisches Projekt ohne Rahmenfinanzierung werden außerdem noch Sponsoren gesucht. Und wenn das Meuchel-Motto Erfolg hat, werden demnächst auf Schloss Burg zwei Mal im Jahr Ketten rasseln und Köpfe rollen.

S.B.

Kontakt für Projektinteressierte: schubert@bergische-agentur.de, die-bergischen-drei.de

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