Dance like nobody's watching: tanzhaus nrw

Kreatives Umfeld: tanzhaus nrw | Foto: Katja Illner

Tanzen ist Bewegung, Bewegung ist Leben– fast nirgendwo ist dies so schön zu beobachten wie im tanzhaus nrw. Seit 40 Jahren (20 davon im alten Straßenbahndepot an der Erkrather Straße) bringt das Zentrum für zeitgenössischen Tanz kreative Bewegungskünstler, Tanzlehrer und Rhythmusbegeisterte zusammen und trägt maßgeblich zu einem bunten Austausch in der urbanen Szene der Stadt bei.

Schon beim Betreten des Hofes wird es spürbar: Hier vibriert die Luft. Hip gekleidete Menschen stehen vor der Tür, eine Zigarette in der Hand, ins Gespräch vertieft. Im dem Hause angeschlossenen Restaurant tummeln sich Dozenten, Schüler und Gäste, ein wenig wirkt es wie eine wirklich stylische Kantine. In den Räumen des alten Depots unterrichten knapp 90 Lehrer, von Jazz-Dance über HipHop, Tango und freiem Improvisationstanz steht alles auf dem Lehrplan. Dazwischen: Kompanien und Solo-Künstler aus aller Herren Länder, die als Gäste das Programm der Kulturinstitution bereichern.
Eine der vielen Besonderheiten des Hauses: die Factory Artists. Zwei Jahre lang nutzen drei zeitgenössische Choreographen und Performer das tanzhaus als Basisstation für ihre Arbeit. Künstlerische und menschliche Diversität sowie Tanz auch als politisches Medium, das sind zwei der Themen, für die sich das gesamte Team des Hauses stark macht. Die Einbeziehung der Off-Szene der Stadt, der kreativen Szene des Viertels um den Hauptbahnhof, Workshops mit Geflohenen, Senioren und körperlich Beeinträchtigten – das tanzhaus fungiert als Knotenpunkt für viele verschiedene Aktionen und Charaktere in der Stadt.

40 ist ein stolzes Alter. Dass da die ein oder anderen Makel an der Fassade auftauchen, die vielleicht größtenteils mit kosmetischen Eingriffen zu beheben sind, ist auch anderswo in der Stadt(mitte) zu beobachten. Das tanzhaus kämpfte Anfang des Jahres um Sanierungsarbeiten am Gebäude und die Erneuerung der Brandmelde- und Schließanlage, kurzzeitig war der Fortlauf des Kulturbetriebes in Gefahr, eine Online-Petition wurde gestartet. Zum runden Geburtstag kam die Erleichterung: der Kulturausschuss bewilligte das Geld, die Umbaumaßnahmen können in Angriff genommen werden.
Es geht also weiter. Hoffentlich noch mindestens für die nächsten 40 Jahre.