Klatsche für Dortmund: Erster Platz im Ranking der unattraktivsten Städte für Karrierestarter

Trotz U nur Schmu? Dortmund schmiert bei Ranking ab | Foto: Lukas Vering

Autsch! Laut eines Rankings des deutschen Finanzportals finanzen100.de ist Dortmund die schlechteste Stadt in ganz Deutschland, um eine Karriere zu gründen. Hohe Arbeitslosigkeit, niedriger Durchschnittsverdienst, fiese Lebensunterhaltungskosten für Singles und kaum Ärzte seien dabei die ausschlaggebenden Faktoren. Auch Wuppertal schneidet schlecht ab.

Getestet wurden von finanzen100.de insgesamt 68 Städte - alle deutschen Städte, von denen die Daten für sieben Testkategorien vorlagen. In den Rubriken Löhne, Arbeitsmarkt, Mieten, Verfügbare Einkommen, Attraktivität, Lebenshaltung und Arztdichte wurden insgesamt 700 Punkte verteilt, von denen Dortmund mit 222 die wenigsten erhielt. Das Portal für Finanznachrichten unterstreicht besonders die mit 11 Prozent sehr hohe Arbeitslosigkeit in Dortmund: "der zehnt schlechteste Wert aller deutschen Städte und Landkreise". Zudem müssen Haushalte jährlich "im Schnitt mit 18.200 Euro auskommen, was wiederum einen der letzten Plätze in dieser Kategorie bedeutet". Laut Ranking sind die Mieten in Dortmund in Ordnung, für Singles mit durchschnittlich 740 Euro im Monat aber weit über Durchschnitt. Auch wird Dortmund der drittschlechteste Wert im Punkt Arztdichte attestiert: "100.000 Einwohner müssen sich hier 52 Mediziner teilen". 

Dortmund: Zwischen Anziehung und Abstoßung

Eine satte Klatsche für Dortmund, die sich da aus der Statistik ergibt. Vor allem, weil das Fazit laut Ranking lautet: "Schnell wegziehen". Dabei hat Dortmund einiges für junge Karrieremacher zu bieten. Viele Akteure bemühen sich in der Stadt, Start-ups schießen hier an etlichen Ecken empor, die Universität hat einen guten Ruf und bietet etliche Möglichkeiten. Attraktiv und lebenswert ist Dortmund allemal - zahlreiche Kulturinstitutionen vom Dortmunder U über das Fußballmuseum bis zum FZW glänzen in Dortmunds Portfolio. Es gibt lebendige Szeneviertel, wie Kreuz- und Unionsviertel, gediegene Mittelschichtsoasen wie das Kaiserstraßenviertel und heiße, aber nicht minder interessante Pflaster, wie die Nordstadt. Und wer günstig, aber idyllisch wohnen will, hat etliche Dortmunder Vororte zur Auswahl. Was das Ranking für Berlin feststellt, nämlich dass die Stadt trotz Kritikpunkten ein Anziehungspunkt bleibt, lässt sich so sicherlich auch für Dortmund sagen. Die Metropole im östlichen Ruhrgebiet zieht Menschen an, das bestätigt auch der Wert "Attraktivität" im Ranking, der beschreibt, wieviele Menschen in eine Stadt zugezogen sind. Mit 56 Punkten erzielt Dortmund dabei einen der besseren Werte im Ranking. Was dabei allerdings nicht beachtet wird: Dortmund ist auch für all jene anziehend, die nicht hier wohnen. Aus allen vier Himmelsrichtungen pendeln Besucher nämlich tagtäglich in die Metropole. Zum Shoppen, zum Ausgehen, zum Kultur erleben und so weiter. 

Wuppertal: Keine Chance gegen Zahlen

In den Top Ten der unattraktivsten Städte laut finanzen100.de findet sich noch eine Stadt aus NRW: Wuppertal. Mit 279 von 700 möglichen Punkten gab es Platz 6 für die bergische Metropole. Viel Arbeitslosigkeit, unterdurchschnittliche Jahresverdienste und statt Zuzug eher Wegzug. Mieten und Lebenshaltungskosten sind immerhin über dem Durchschnitt im Ranking. Dass man in der grünen, vielfältigen und überraschend lebendigen Stadt mit Schwebebahnen durch die Gegend flitzt, hat bei diesem zahlenlastigen Ranking nicht geholfen.

Ebenfalls überraschend schlecht abgeschnitten hat Berlin auf Platz 3. Mit dem Bevölkerungswachstum steigen anscheinend auch die Mietpreise und die Arbeitslosenquote, allerdings auch die Anzahl an Ärzten. Neben der Attraktivität bleibt das einer der wenigen Pluspunkte für die Hauptstadt, vor allem die unterdurchschnittlichen Löhne sind fies. Platz 2 des Rankings besetzt übrigens Saarbrücken, es folgen Göttingen auf Platz 4, dann Halle (Saale), Wuppertal, Ludwigshafen am Rhein, Mannheim, Wolfsburg und Erfurt.

Die Vorgehensweise

Die Ermittlung der Daten und die Vergabe der Punkte erklärt sich laut Artikel wie folgt:

"Für das Ranking haben wir sieben Kategorien gebildet, in denen jede Stadt maximal 100 Punkte erringen konnte. Gewertet wurden alle Städte, für die uns vollständige Daten vorlagen, was für 68 zutrifft. Dies sind die einzelnen Kategorien:

- Löhne: Je höher der durchschnittliche Bruttolohn nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ist, desto mehr Punkte gibt es

- Jobchancen: Je geringer die Arbeitslosenquote einer Stadt im September 2017 nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit war, desto mehr Punkte bekommt sie

- Mieten: Je niedriger die durchschnittlichen Mieten im September 2017 nach Angaben von Immobilienscout24 waren, desto mehr Punkte gibt es

- Verfügbare Einkommen: Je mehr Geld einem Haushalt nach Abzug von Steuern und Abgaben im Portemonnaie nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bleibt, desto mehr Punkte gibt es

- Attraktivität: Als Indikator für die Attraktivität einer Stadt haben wir den Wanderungssaldo seit 2005 berechnet, also wie viele Menschen seitdem hinzu- oder weggezogen sind. Je höher das Saldo, desto mehr Punkte gibt es

- Lebenshaltungskosten: Berechnet wurden die Kosten, die ein Single ohne Auto in einer Stadt pro Monat aufwenden muss. Die Angaben sind aktuell und stammen von der Vergleichswebseite Numbeo. Eine Woche günstiger Urlaub pro Jahr ist ebenfalls eingerechnet

- Arztdichte: Je mehr Ärzte pro 100.000 Einwohner es gibt, desto besser ist die Gesundheitsversorgung einer Stadt. Die Werte haben wir aus dem ärztlichen Versorgungsatlas entnommen"

Den ganzen Artikel lest ihr hier: finanzen100.de

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