Antique, c'est chique

Esther Ollick | Foto: Isabelle Dannert

Am ZDF-Quotenhit Bares für Rares merkt man, dass sich immer mehr Leute jeden Alters für das Thema Antiquitäten und Kunstgeschichte zu interessieren scheinen. Esther Ollick betreibt den Retro Salon in Köln und ist seit Februar 2017 Teil des Händlerteams der Sendung. Isabelle Dannert hat mit der Düsseldorferin und weiteren Antik-Spezialisten über den Hype, die Vintage-Leidenschaft und ein persönliches Lieblingsstück gesprochen.

Frau Ollick, wie erklären Sie sich den Erfolg der Sendung?
Die Tätigkeit als Vintage-Händlerin bei Bares für Rares hat meinen Blick für „neues Altes“ geweitet und mein Interesse für Kunstobjekte, Gemälde und Schmuckstücke ausgeprägt. Ich stelle mir vor, dass es vielen Zuschauern der Sendung ähnlich geht. Trödel ist ein Thema, mit dem fast jeder etwas anfangen kann.

Wie kamen Sie zum Antiquitätenhandel?
Die Affinität für Antiquitäten ist bei mir schon früh entstanden, da ich in einem Haushalt voll antiker Möbel und Deko aufgewachsen bin. Meinen Ausbildungsberuf habe ich mir entsprechend ausgesucht: Ich bin Raumausstatterin. Anschließend habe ich Messestände, Events und TV-Sets ausgestattet und kehrte 2012 zu meinen Wurzeln, der Möbelaufarbeitung und Inneneinrichtung, zurück.

Was ist das Besondere an Ihrem „Retro Salon“ in Köln?
Für meine Kolleginnen und mich macht es Sinn, nicht nur die einwandfreien Vintagestücke, sondern auch Möbel in einem schlechten Erhaltungszustand anzukaufen. Wir haben die Erfahrung, Motivation und die Mittel, Möbel professionell aufzuarbeiten. Es macht richtig Spaß, die restaurierten Objekte wieder in den „Kreislauf“ zurück zu bringen.

Haben Sie im Moment ein Lieblingsstück?
Ja, da gibt es zum Beispiel eine Art Deco-Vitrine aus den 20er/30er Jahren. Die Rückseite der Rückwand wurde in einem frischen Grasgrün lackiert. Die Glasflächen haben an den Rändern einen Facettenschliff, der dem Möbel Eleganz verleiht.

Retro Salon; Girlitzweg 28, Köln, Do-Sa 12-18 Uhr, 0221 5955254

Ikonengalerie Rutz

Ikonengalerie Rutz | Foto: Isabelle Dannert

Sucht man russische und griechische Ikonen des 16.-19. Jahrhunderts, wird man bei Rutz in Pempelfort fündig. Jedes Werk ist einmalig. Anita Dünnwald-Rutz‘ Lieblingsstück ist eine Ikone des 17. Jahrhunderts mit einer Darstellung der Geburt der Jungfrau Maria. An diesem Objekt berührt die Inhaberin besonders die Hingabe und Innigkeit, die die Malerei ausstrahlt.

Ikonengalerie Rutz; Schäferstr. 10, Öffnungszeiten nach Verabredung, 0211 4912442

Antiquitäten Wandel

Markus Wildhagen | Foto: Isabelle Dannert

Etwas versteckt in einem Hinterhof verbirgt sich das 1.300 qm große Sammler-Paradies von Bares für Rares-Händler Markus Wildhagen und seinem Team. Die geschichtsträchtigen Stücke und Skurrilitäten sind nicht selten in TV- und Kinoproduktionen zu bewundern, da auch ein Verleihservice angeboten wird. Das Sortiment lässt sich ganz leicht mit „Alles“ zusammenfassen. Zu den Lieblingsorten des Inhabers gehört die aus dem Paris der 20er/30er Jahre stammende Bar.

Wandel, Friedensstr. 62, Mo-Fr 11-18:30 Uhr, Sa 11-16 Uhr, 0211 90158712

Jim-Art

Jim-Art | Foto: Isabelle Dannert

Nicht nur Antiquitäten aus England, auch Objekte der Biedermeier-Epoche, des Jugendstils, sowie des Art Decos bis hin zum Design der Moderne sind Teil des Angebots. Auch Reproduktionen von Designermöbel kann man bei Jim-Art erstehen. Abgerundet wird der Service durch Restaurierungs- und Polsterarbeiten und die Beschaffung von Stücken aus dem Ausland. Aktuelles Highlight ist ein Biedermeierschrank der 1820er Jahre.

Jim-Art; Elisabethstr. 117, Mo-Fr 10-18 Uhr, Sa 10-17 Uhr, 0211 342701

Ralph Gierhards Antiques

Ralph Gierhards | Foto: Isabelle Dannert

Bei Gierhards auf der Kö findet man nicht nur Möbel, sondern auch vergoldete Bronzen, sowie Skulpturen des 18. und 19. Jahrhunderts und Gemälde alter Meister. Die Objekte haben museale Qualität und erzählen Geschichten. Ralph Gierhards‘ Lieblingsstück ist eine Art Deco Emaille-Vase aus der Manufaktur Camille Fauré Limoges.

Ralph Gierhards Antiques; Königsallee 44, Mo-Fr 10-18 Uhr, 0211 320464