Umfrage: Sparschweinhund

Sparschweinehund | Foto: J.M.

Im Ruhrgebiet sind nicht nur die Städte klamm, steigende Benzinpreise, höhere Mieten und Kinovorstellungen in 3D knabbern auch am privaten Geldbeutel. Wer da am Ende trotzdem noch ein, zwei Geschenke unterm Baum haben will, dem hilft nur eins: Sparen. Reicht es, einfach mal das Auto stehen lassen und im Supermarkt die billige Ware abgreifen, oder müssen am Ende doch drastische Maßnahmen her? Nele Posthausen hat nachgefragt, wie und wofür eigentlich wirklich gespart wird.

Tanya (37)

Für meine Tochter und mich habe ich einen Sommerurlaub „erspart“. Ich bin alleinerziehend, und wir waren so lange nicht zusammen weg. Ich wollte ihr einfach mal etwas bieten. Also habe ich angefangen, meine Zigaretten selbst zu stopfen, auch die Haare habe ich mir eigenhändig gefärbt. Jeden Monat hab' ich etwas vom gesparten Geld in mein Lieblingsbuch gelegt. Es hat geklappt. Wir sind zusammen in die Türkei geflogen. Die Spar-Taktiken habe ich danach beibehalten und mir damit gleich auch noch den nächsten Urlaub zusammengespart.

Max (20)

Ich bin gerade im Spar-Endspurt auf meinen Führerschein. Den will ich jetzt wirklich machen, so schnell ich kann. Ich reduziere mich dafür einfach im Alltag. Abends beim Ausgehen gebe ich ebenfalls fast gar nichts mehr aus. Das Gute ist, dass meine Kumpels ja auch nicht viel Geld haben. So kommt nie ein blöder Spruch oder so, wenn ich nur dahin will, wo es keinen Eintritt kostet. Das plane ich vorher. Wenn die anderen doch mal woanders hinwollen, gehe ich eben nicht mit.

Susanne (29)

Aktuell spare ich auf etwas ganz Besonderes: Meine Hochzeit! Mein Verlobter und ich raufen seit ungefähr anderthalb Jahren unsere Scheine zusammen, und im Dezember soll es nun endlich soweit sein. Wir haben extra ein Sparbuch für diesen Tag angelegt und beide Daueraufträge von unseren Konten darauf eingerichtet. Wir sind erst vor kurzem zusammen umgezogen und haben natürlich ganz genau aufs Geld geachtet. Viele neue Möbel waren nicht drin. Es soll gar nichts so furchtbar Großes werden, das Geld ist einfach dafür, dass alle Lieben dabei sein und einen schönen Tag zusammen verbringen können.

Karsten (21)

Ich bin eigentlich ziemlich gut im Sparen. Das erste Mal so richtig gespart habe ich mein Kommunionsgeld, um mir meinen ersten Computer zu kaufen. Das ist ja schon etwas her. Man musste noch alle Teile einzeln kaufen, also Bildschirm, Rechner und so weiter. Heute bin ich ein echter Sparfuchs. Ich setze mir jeden Monat ein Limit, wie viel Geld ich für Nahrungsmittel ausgeben will. So viel Geld hebe ich dann ab und halte mich auch daran. Nur beim Feiern, da kenne ich nichts. Das macht einfach zu viel Spaß, um aufs Geld zu achten.

Catharina (18)

Als ich klein war, haben mir meine Eltern das Sparen mit einer ziemlich guten Methode beigebracht. Ich wollte damals unbedingt einen Gameboy haben. Statt ihn mir einfach zu kaufen, haben mir meine Eltern jede Woche zwei Mark gegeben. Die sollte ich sparen, bis ich hundert Mark zusammen hatte und ihn mir selbst kaufen konnte. Ich habe das durchgezogen und mir am Ende den Gameboy kaufen dürfen. Es hat sich total gelohnt, ich habe ihn heute noch und bin stolz drauf. Vor allem bin ich seitdem eine super Sparerin.

Hannah (21)

Eigentlich wollte ich im nächsten August mit Freunden nach Italien fliegen. Aus früheren Urlauben haben wir dort Bekannte. So langsam wird mein Fernweh aber immer größer, und ich will unbedingt schon im April hin. Statt des Billigfliegers möchte ich mein eigenes Auto nehmen, und das kostet ordentlich Sprit. Deswegen arbeite ich jetzt neben der Uni jede Menge. Ich spiele Orgel in der Kirche, schreibe bei den Ruhr Nachrichten und habe eine Stelle als Studentische Hilfskraft an der TU Dortmund.

Katharina (35)

Ich spare jeden Monat von neuem auf ein anderes paar Schuhe. Jetzt gerade ist es ausnahmsweise mal eine besondere Tasche, die ich beim Stadtbummel entdeckt habe. Bis Weihnachten werde ich jetzt wieder jede Woche was zurücklegen, sodass ich sie mir leisten kann. Ich gebe im Monat weniger Geld für andere Klamotten aus und sammle, soviel ich kann, in meiner Spardose. Die hat passenderweise die Form eines rosa Stöckelschuhs mit Glitzer-Pailletten.

Heidi (30)

Mit meinem Freund spare ich momentan auf die Einrichtung unserer gemeinsamen Wohnung. Wir wohnen in einem Solarhaus an der Wuppertaler Uni und sind quasi die Probanden für das Projekt. Und in dem Haus waren die Möbel natürlich schon drin. Das war beim Einzug echt praktisch, aber jetzt beim Auszug stehen wir ohne Möbel da. Ein wenig Geld haben wir schon zusammen. Es müsste entweder für eine Küche oder einen richtig großen Fernseher reichen. Ich bin ja für die Küche, aber mein Freund plädiert noch für den extra großen Bildschirm.

Sandra (33)

Sparen muss ich jeden Tag. Ich arbeite Vollzeit als Zahntechnikerin, aber das Geld reicht einfach vorne und hinten nicht. Ich bin alleinerziehend und bekomme kein Weihnachtsgeld. Für die Geschenke muss dann eben das Januar-Gehalt herhalten. Und zum Start ins neue Jahr wird es so noch ein bisschen enger. Ich laufe schon jetzt jeden Tag eine halbe Stunde zu Fuß zur Arbeit, damit spare ich immerhin die 60 Euro fürs Busticket. Das einzig Gute dabei ist, dass ich auf dem Rückweg die Arbeit hinter mir lassen kann und ein bisschen entspannter zu Hause ankomme.

Elke (34)

Seit einem Jahr muss ich nicht mehr sparen. Ich habe den Job gewechselt und verdiene jetzt besser als vorher. Vor allem meine Kinder bekommen das zu spüren. Zwar müssen sie jetzt tagsüber in die Krippe, aber dafür muss ich mir am Wochenende auch weniger Gedanken um den Sprit machen und fahre häufig mit ihnen weg. Es sind nicht immer riesige Trips, aber schon kleine Ausflüge habe ich uns vorher nicht so einfach gegönnt. Und hier und da gibt es dann natürlich auch mal ein Eis mehr.