leerstandsmelder.de: Landkarte des Leerstands

Brachfläche am U-Turm | Foto: G. Meincke

Infolge der Besetzungen im Hamburger Gängeviertel ins Leben gerufen, hat die Internet-Plattform leerstandsmelder.de mittlerweile das Ruhrgebiet erreicht. Aufmerksame und engagierte Bürger in Dortmund sind aufgerufen, auf Brachflächen und ungenutzte Räumlichkeiten aufmerksam zu machen. Lokal koordiniert wird die Aktion von den beiden Initiativen Borsig 11 und Die Urbanisten.

Sie sorgen nach eigenen Angaben dafür, dass im Netz alle Einträge ihre Richtigkeit haben. Erst vor wenige Wochen aktiviert, verzeichnet die Westfalenmetropole bei Redaktionsschluss bereits 98 Einträge. „Wir hätten nicht mit so einer heftigen Reaktion gerechnet“, kommentiert Vilim Brezina von den Urbanisten die virtuelle Ansammlung von ungenutzten Objekten in seiner Stadt.

Dabei stellt die „Anhäufung einer kritischen Masse von Leerständen“ zunächst nur die erste Phase des Projekts dar. Der nächste Schritt sei es, „bestimmte Leerstände auf anderen Plattformen zur Diskussion zu stellen“, um noch mehr Aufmerksamkeit für die unbefriedigende Situation zu generieren und eine öffentliche Debatte zu führen. Das eigentliche Ziel heißt „temporäre Nutzung“, zum Beispiel durch Künstlergruppen. Günstige Mietangebote schaffen und das betreffende Objekt in der Folge für neue Investitionen interessant machen. Zusammengefasst: „Quartiersentwicklung von unten“.

Dass die plötzliche Webpräsenz nicht von allen Hausbesitzern geschätzt werden könnte, ist den Dortmunder Aktivisten sehr wohl bewusst und so betont Brezina besonders: „Der Leerstandsmelder ist nicht dazu da, Eigentümer zu denunzieren!“ Es gehe vielmehr darum, auf die Grundproblematik ungenutzter Immobilien und Flächen aufmerksam zu machen.

„Wir sind in Dortmund vorgeprescht und testen das jetzt aus“, skizziert der Stadtplaner den Stand der Dinge. Expansionspläne sind bereits geschmiedet: „Über das Netzwerk X wollen wir den Leerstandsmelder 2013 auf das ganze Ruhrgebiet ausbreiten.“

leerstandsmelder.de/dortmund