Kunst schafft Stadt: Auftakt in der Zeche Carl

"Ehrengast" Nagel | Foto: Verena Brüning

"Auf der Suche nach den Farbtöpfen"

„Ich könnte mir auch vorstellen mit der Bezirksregierung ein Theaterstück zu machen“, lässt Joscha Hendricksen seinen Gedanken freien Lauf. Der Essener Freigeist hat die künstlerische Leitung des Projekts „Kunst schafft Stadt“ übernommen. Grundlage ist die erfolgreiche Bewerbung der Zeche Carl bei der Landes-Ausschreibung zur „Konzeptförderung Soziokultureller Zentren in NRW“.

120 000 Euro Fördermittel stehen „Kunst schafft Stadt“ über einen Zeitraum von knapp drei Jahren bis Juli 2015 zur Verfügung, um den kulturellen Austausch innerhalb Altenessens voranzutreiben.

Für Projektleiter Marcus Kalbitzer geht es zunächst darum, sich den Stadtteil zu erarbeiten und bis dato unbekannte Künstler kennenzulernen. „Wir sind auf der Suche nach den Farbtöpfen.“ Die ersten Kleckse liefert ein Pool von zwölf Künstlern. Hendricksen schöpft dabei größtenteils aus seinem Umfeld der Freiraum-Initiative, die bereits in der Vergangenheit, etwa mit der Zwischennutzung der ehem. Lukaskirche für Furore sorgte. Darunter u. a. Performance-Darstellerin Rosh Zeeba, Musiker Jibel Jay und Maler Gigo Propaganda.

Das Kernteam soll über die gesamte Dauer von „Kunst schafft Stadt“ als Impulsgeber auftreten und mit seinen Ideen die Altenessener, z. B. Schüler und Lehrer des benachbarten Leibniz-Gymnasiums oder auch Streetworker und das Jugendamt, zur Partizipation animieren. Geht es nach Auf Carl-Geschäftsführerin Kornelia Vossebein gerne an ungewöhnlichen Orten: „Ich denke da z.B. an den Bahnhof als Platz für Interaktion.“

Offizieller Startschuss ist am 7. und 8. Dezember in der Zeche Carl. Hier erhalten Interessierte am ersten Abend nicht nur einen Einblick ins Projekt, sondern im Anschluss das Stück "Zu zweit mit dem Kopf nicht unten" des 99 cent-Theaters präsentiert. Der Samstag steht umrahmt von einer Ausstellung ab 16 Uhr zunächst im Zeichen vierer Workshops (Anmeldung nicht nötig), in denen „Kunst schafft Stadt“-Aktivisten Einblicke in ihr Schaffen und Anleitungen in u. a. Stop-Motion-Animations- (Aaron Stratmann) und Schablonenkunst (BLD & NUNA) geben.

Abgerundet wird der Auftakt ganz im Sinne von Joscha Hendricksens Ansage „Wir wollen auch schöne Feste feiern“ mit reichlich Bühnen- und Party-Action. Höhepunkt: das Konzert von Ex-Muff Potter Frontpunk Nagel.

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