Innovation City Bottrop

Gewinnerstadt | Foto: Stadt Bottrop

Schwarz zu Blau

Gehört hat es vielleicht jeder schon mal, eine Vorstellung davon haben wohl die wenigsten. Seit 2010 ist Bottrop „Innovation City“. 

Klingt sehr hip, aber auch abstrakt: Innovation what? „Blauer Himmel, grüne Stadt“: Unter diesem Motto gewann das im 20. Jahrhundert durch den massenhaften Zuzug sog. Ruhr-Polen zur Bergarbeiter-Residenz gewachsene Dorf den Wettbewerb „Klimastadt der Zukunft“. Schwarz zu Blau – wie soll das eigentlich gehen?

Das Ziel: Abweichend vom klimapolitischen Ziel Gesamtdeutschlands (Verringerung des CO2-Ausstoßes um 20 Prozent bis 2020) soll der Schadstoff im Musterstädtchen Bottrop um satte 50 Prozent reduziert werden. Maximale Einsparpotenziale: 72 % an Strom, 51 % an Wärmeenergie, dazu Verkehrsemissionen mit 30 %.

Konkrete Maßnahmen: Das Pilotgebiet mit etwa 67 000 Einwohnern und 22 000 Arbeitsplätzen (Innenstadt, Batenbrock, Boy, Lehmkuhle, Ebel, Welheimer Mark) soll auf vier Handlungsfeldern gründlich renoviert werden. Die Innovation-City-Website informiert über: 1. „die Energieeffizienz“: Häuser wärmedämmen, sparsamere Heiz- und Elektro-Systeme („Smart-Homes“); 2. „Schonung des Klimas“: mehr erneuerbare statt endlicher Energieträger, Fernwärme und Photovoltaik; 3. „Erhöhung der Umweltmobilität“: E-Cars, Stadt der kurzen Wege und 4. eine „zukunftsfähige Stadtentwicklung“: Regenwasserzurückhaltung und Durchgrünung Bottrops.

Stand des Projekts: Nach eher schleppendem Beginn mit Finanzierungslücken, enttäuschenden Geber-Konferenzen und Querelen in der Führungsetage wird der renommierte Stadtentwickler Albert Speer im Herbst 2012 mit der Erstellung eines Masterplans beauftragt. Die elementaren Geldfragen scheinen gelöst. Gut 60 % investiert die Industrie, Fördergelder kommen vom Land und der EU. „Städtische Eigenmittel werden nicht einfließen“, so Burkhard Drescher, Geschäftsführer der InnovationCity Management GmbH.

Probleme: Das öffentliche Image schwankt noch immer zwischen Schaumschlägerei und Millionengrab. Entscheidende Hürde ist die aktive Rolle aller Beteiligten: Sind Hauseigentümer, Gewerbetreibende und Konzerne nur ein plakatives „Wir sind IC!“ – oder werden auch Mieter und Bürger zu echten Teilhabern? Nur dann wäre die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität ausnahmsweise keine „Gentrifizierung“ im Öko-Mäntelchen.


bottrop.de/microsite/ic/