Impulse-Festival 2013 fehlen 150 000 Euro

Gob Squad: Teil der Impulse 2009 | Foto: C. R. Rastovic

NRW Kultursekretariat setzt das Land NRW öffentlich unter Druck

Es ist gerade einmal eine Woche, da schienen die Zeichen für eine erfolgreiche Durchführung der Impulse Theater Biennale 2013 gestellt zu sein. Christian Esch, Direktor des NRW-Kultursekretariats hatte sich gegenüber coolibri.de erleichtert gezeigt, dass Bochum, neben Mülheim, Düsseldorf und Köln dank der Kooperation hiesiger Theaterstandorte die nötige finanzielle Mindestbeteiligung von 45 000 Euro gewährleisten kann. Vor allem Schauspielhaus-Intendant Anselm Weber hatte sich für eine Fortsetzung stark gemacht: „Impulse ist das wichtigste Festival der freien Szene. Es hätte der Theaterstadt Bochum nicht gestanden, wenn das Festival hier nicht stattgefunden hätte.“ Findet es vielleicht auch nicht.

Denn das NRW-Kultursekretariat hat heute bekanntgeben, dass eine Etatlücke zur Durchführung der Impulse von 150 000 Euro besteht, die bis Jahresende geschlossen werden muss. „Es klingt absurd, aber einer der wichtigsten Motoren der freien Szene wird in voller Fahrt abgewürgt“, schimpft Christian Esch. U. a. durch den formal bedingten Förderstopp der Kulturstiftung des Bundes fehle es dem Festival an dringend benötigten Mitteln. Die Organisatoren sehen vor allem das Land NRW in der Pflicht, in die Bresche zu springen. „Die Weigerung des Landes, angemessen Verantwortung zu übernehmen, ist auch eine deutliche Ansage an das freie Theater im deutschsprachigen Raum, wie wichtig es jenseits von Lippenbekenntnissen tatsächlich genommen wird“, ärgert sich Florian Malzacher, der zusammen mit Stefanie Wenner die Festival-Leitung übernommen hat.

Die Vorbereitungen für das Festival, das vom 27. Juni bis 7. Juli stattfinden soll, sind in vollem Gange. Aus 300 Bewerbungen gilt es ein attraktives Programm auf die Beine zu stellen. Doch wie finanzieren? Neben den jeweils 45 000 Euro der beteiligten Städte haben die Akademie der Künste der Welt aus Köln 20 000 Euro und die Kunststiftung NRW 150 000 Euro. Das NRW-Kultursekretariat stemmt den Löwenanteil von 250 000 Euro. Ohne ein Gesamtbudget von 750 000 Euro sei das Impulse allerdings nicht durchführbar, so die Veranstalter. Zuletzt hatte das Land zwar 50 000 Euro in Aussicht gestellt, gleichzeitig seien aber auch, so die Festival-Macher, Stimmen zu hören gewesen, die die „Zeitgemäßheit“ der Impulse generell in Frage gestellt hätten.

Dass das Kultursekretariat jetzt mit dem finanziellen Engpass an die Öffentlichkeit geht und vor allem das Land NRW so scharf angreift, zeigt wie sehr das Festival auf der Kippe zu stehen scheint.