Facebook und andere Banalitäten: Geert Lovink bei #WishYouWhereHere

Jein?

Es ist ein regelrechtes Abkotzen. Sobald das Thema Facebook aufkommt wird gelästert was das Zeug hält: Zeitfresser, Datendieb und überhaupt, warum müssen sich alle in meinem Newsfeed prostituieren? Trotzdem gibt es kaum jemanden, der nicht in dem weltweiten Nr.1 Netzwerk zu finden ist. Ohne scheint es also auch nicht zu gehen, oder?

Geert Lovink, einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet kritische Netzkultur, stellt im Rahmen der #WishYouWhereHere Ringvorlesung der RUB Alternativen zum Zuckerberg-Imperium vor. In seinem Vortrag über aktuelle Entwicklungen in Sozialen Netzwerken geht es nicht nur um die allgegenwärtige Privatsphären-Panik, sondern auch um die Frage, wie mit Informationsfluten im Netz sinnvoll umgegangen werden kann.

Lovink ist Gründer des Institute of Network Cultures und selbst Netzwerkaktivist. Bereits seit Mitte der 90er beschäftigt er sich vor allem mit dem Thema, inwiefern das Internet Möglichkeiten bietet, politisches Handeln zu vereinfachen und gängige Machtstrukturen zu verändern. Dabei ist seine Einschätzung angesichts der Banalität von Facebook und zahlreicher Blogs, in denen sich aufmerksamkeitsheischende Autoren um sich selbst drehen, eher ernüchternd. In seinem Vortrag soll es deshalb auch um die Frage gehen, was für eine Form der Netzkultur wir uns wünschen und welche Rolle Soziale Netzwerke schon jetzt auch in der non-virtuellen Welt spielen.

Lovink selbst hat es übrigens getan: 2010 löschte er seinen Facebook-Account. Interessant also für die Abschlussdiskussion, zu fragen, wie es funktioniert, das Leben ohne Like-Button.

Geert Lovink (Institute of Network Cultures, Amsterdam)
Politik der Sozialen Medien – Von Analysen zu Alternativen
18.12., 16 Uhr, Rotunde, Bochum