Das Ende der Traumzeitretter

v.l.: Thorsten Töpp, Klaus Steffen, Tim Isfort

Kritik am Verhalten der Stadtverwaltung

Es ist eine durchaus groteske Situation: Zunächst beschließt der Rat der Stadt Duisburg Ende September, dass das Traumzeit-Festival im nächsten Jahr wieder an bekannter Stätte im Landschaftspark Nord stattfinden soll. Knapp einen Monat später folgt dann auch die offizielle Bekanntgabe, dass das musikalische Aushängeschild tatsächlich vom 21.-23. Juni nach einjähriger Auszeit seine Wiederauferstehung feiern wird. Grund zur Freude, mag man meinen, doch wer wenige Tage später im Duisburger Djäzz in die Gesichter der Traumzeitretter e.V. blickt, sieht stattdessen Betroffenheit.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ehemaligen künstlerischen Festival-Leiter Tim Isfort übt der Verein scharfe Kritik an der Duisburger Verwaltung. Diese habe das Engagement der Traumzeitretter „zwar tatsächlich öffentlich begrüßt, jedoch in der Realität immer wieder ignoriert.“ Im Detail stößt sich die Initiative an einer Idee von Duisburg Marketing-Geschäftsführer Uwe Gerste. Dieser habe, so erklärt es Thorsten Töpp im Namen des „Retter“-Vereins, vorgeschlagen, für die kommende Traumzeit-Ausgabe eine Auftragskomposition an Tim Isfort zu vergeben und diese mit den gesammelten Spendengeldern zu bezahlen. Dies sei ein „Schlag ins Gesicht des ehemaligen Festivalleiters“ und ein „Fußtritt in Richtung unserer Spender und unseres bisher gezeigten Engagements.“ Auch Tim Isfort zeigt sich erbost: „Dieses Angebot kann ich vor dem Hintergrund, dass ich das Festival über dreieinhalb Jahre konzeptionell umgestaltet, weiterentwickelt und künstlerisch sehr engagiert geleitet habe, nur als respektlos und missachtend werten.“

Das Tischtuch ist also gleich an mehreren Stellen zerschnitten. Während Isfort auf dem Rechtsweg ihm seines Erachtens zustehende Gehälter von Januar bis Juni 2012 einfordert, ziehen die Traumzeitretter einen Schlussstrich unter ihre Aktivitäten. Der stolze Betrag von 25 000 Euro an Finanzmitteln wird nicht mehr in das Festival investiert. Stattdessen gibt es ein Angebot an alle Spender, ihr Geld zurückzubekommen oder dem Verein zu überlassen. Was in der „Retter“-Kasse übrig bleibt, soll verschiedene Kulturprojekte in Duisburg unterstützen. U. a. ist die Entwicklung einer Konzertreihe geplant. Der Fortsetzung des Traumzeit-Festivals sehen Thorsten Töpp und seine Mitstreiter zwar in Bezug auf dessen im Raum stehende inhaltliche Neuausrichtung skeptisch entgegen, halten abschließend aber immerhin fest: „Wir freuen uns, dass das Festival wieder stattfindet."