Bambi-Verleihung 2012: Kein scheues Reh

Düsseldorf ist im Bambi-Fieber und rüstet sich seit Wochen für den großen Abend. Das goldene Reh zeigt sich ganz und gar nicht scheu, sondern begegnet einem überall in der Stadt. Ob als Lichtinstallation über dem Kö-Graben, versteckt als Street Art in einem Eisblock oder auf Plakaten am Flughafen – am Bambi führt kein Weg vorbei. Einen Tag vor der Verleihung lud der Jury-Vorsitz zur Pressekonferenz ein. coolibri-Mitarbeiterin Sophie Pieper ging schon mal über den roten Teppich.

Noch ist der Bodenbelag im Congress Center Düsseldorf mit transparenter Folie bedeckt. Die Stars und Sternchen sind bestenfalls auf der Anreise. In 30 Stunden soll alles stehen für die Verleihung des wichtigsten deutschen Medienpreises. Überall werden letzte Scheinwerfer angebracht, Kabel verlegt und Bretter gesägt. Mitten auf dem roten Teppich ist – umrahmt von zwei hüfthohen Bambis – ein Pult aufgebaut, vor dem sich Journalisten und Kamerateams versammeln. Hier geben die Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel und Burda-Verlagschef Philipp Welte weitere Nominierte und Preisträger bekannt. Die 1,57 Meter große Mexikanerin Salma Hayek bekommt den Preis in der Kategorie „Film International“. „Eine bombensexy Frau und ungefähr so groß wie ich“, erklärt Riekel lachend. Die Dame von der Yellow Press reicht Philipp Welte noch nicht einmal bis zur Schulter. Eine Journalistin möchte wissen, ob Salma Hayek neben Celine Dion die einzige Hollywood-Größe bei der Verleihung sei. Riekels Lächeln gefriert: „Wieso? Reicht das nicht?“, fragt sie spitz zurück. Es gehe beim Bambi nicht nur um Promis, sondern vielmehr um herausragende Persönlichkeiten. Ein anderer Journalist erkundigt sich nach dem materiellen Wert des Bambi-Preises. Riekel und Welte sind etwas irritiert und erklären, dass der Bambi aus Bronze gegossen und lediglich mit 18 Karat Gold überzogen sei. „Der ideelle Wert ist hier größer als der materielle, aber vielleicht kann man sich ja einen Ring daraus schmieden“, überlegt Riekel mit einem Lächeln.

Keine Fragen mehr? Riekel und Welte laden zu einem Rundgang durch die Veranstaltungshalle ein, der draußen vor der Eingangstür beginnt. Noch ist alles leer, nur zwei meterhohe Rehe und einige Scheinwerfer lassen erkennen, dass hier in Kürze die große Preisverleihung stattfinden soll. Für die Journalisten rollen einige Mitarbeiter aber den roten Teppich schon mal aus – ein dankbares Motiv für die Kameraleute. Weiter geht es in den Saal, wo Licht- und Lasertechnik ein letztes Mal getestet werden. Bühne und Licht sehen imposant aus. Pappaufsteller an den Tischen zeigen, wo morgen Abend Frauke Ludowig und Markus Lanz sitzen werden. An einem Seitenausgang wartet eine große Gruppe Trommler. Sie wollen ein letztes Mal ihren Auftritt durchgehen. Hinter ihnen steht ein bereits eingedeckter Muster-Tisch. Ein Blick auf die Speisekarte verrät, was Lanz und Ludowig morgen Abend essen dürfen. Zur Auswahl stehen geräuchertes Wachtelei mit Preiselbeergelee und Perlhuhnmousse mit Gewürzerde. Ein paar Schritte weiter, direkt hinter der Bühne, werden die goldigen Preise aufbewahrt - sorgfältig aufgereiht auf einem langen Tisch. Angefasst werden dürfen sie nur mit weißen Samthandschuhen. Hier endet der Rundgang, doch nicht alle haben genug. Eine Journalistin verlangt nach einem kurzen Interview mit Frau Riekel, doch die ist bereits verschwunden. „Frau Riekel hat sich leider schon zurückgezogen“, erklärt man der Journalistin freundlich. Nicht nur Düsseldorf rüstet sich für den großen Abend.