HORST braucht Hilfe: Interview mit Veranstaltungsleiter Oliver Leonards

| Foto: Michael Blatt

Rund 10.000 Euro fehlen den Veranstaltern des Horst Festivals derzeit in der Kasse. Derzeit ist deshalb noch unklar, ob es Horst im nächsten Jahr geben wird. Höhere Eintrittspreise kommen für die Veranstalter jedoch nicht in Frage und auch der kostenlose Sonntag soll bleiben. Alexandra Wehrmann sprach mit Veranstaltungsleiter Oliver Leonards über aktulle Probleme und die Zukunft des Horst Festivals.

Wie kommt der Etat des diesjährigen HORST Festivals von 200.000 Euro zustande? Welche sind die höchsten Posten?

Die größten Kostenfaktoren sind die Veranstaltungstechnik, die technische Infrastruktur samt Security für das Sicherheitskonzept und dann die Gagen.

Die gesamten Technikkosten und die Ausgaben für das Sicherheitspersonal bilden allein ca. 50 Prozent der Gesamtkosten. Aber auch das Catering, gar nicht mal das für die Künstler, sondern eher das für die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer, verschlingt mittlerweile ungefähr 10.000 Euro.

Und wie wird das Geld erwirtschaftet? Welche Summen kommen über Eintritt, welche über Sponsoren und anderes zustande?

Der Großteil, ungefähr 40 Prozent, fließt über den Getränkeverkauf in unsere Kassen. Eintritt und Sponsorengelder kommen auch in dieser Reihenfolge hinzu und ergeben in etwa weitere 40 Prozent. Immerhin ca. 10 Prozent kommen durch Standmieten und Merchandise-Verkauf zusammen. Zudem organisiert der Verein weitere Veranstaltungen im Jahr und führt Projekte durch, insbesondere kulturpädagogische, deren Gewinne, so es denn welche gibt, auch in das Festival fließen. Ein geringer Teil kommt über Fördergelder, beispielsweise für barrierefreie Veranstaltungen von Initiativen, und eben Spenden zusammen. Weder von der Stadt Mönchengladbach noch vom Land NRW fließt Geld.

Das Open Source Festival in Düsseldorf wird genauso von städtischer Seite bezuschusst wie das Dortmunder Juicy Beats. Was ist der Stadt Mönchengladbach das HORST Festival wert?

Die Stadtverwaltung begleitet den Planungsprozess seit Jahren, mit dieser Zusammenarbeit sind wir sehr zufrieden. Zudem sind wir dankbar, dass wir die Räumlichkeiten des Berufskollegs am Platz der Republik kostenneutral nutzen dürfen. Für die Platznutzung fallen neben den obligatorischen Ausschankgenehmigungen, Müllbeseitigungs- und den Verbrauchskosten für Wasser und Strom keine weiteren Gebühren an. Außerdem gab es dieses Jahr erstmals eine kleine Werbeunterstützung der Marketinggesellschaft, eine einwöchige Litfasssäulenplakatierung. Sehr ausbaubar, wie wir meinen, gerade hier lägen mehr Möglichkeiten. Und was die finanzielle Unterstützung angeht: Das ist eine Entscheidung der Politik. Die hat sich aber in der Vergangenheit nicht wirklich interessiert gezeigt. Wir hoffen aber dennoch, dass es in den kommenden Wochen zu neuen Gesprächen kommt.

400 ehrenamtliche Helfer haben in diesem Jahr zum Gelingen des HORST beigetragen. Wie schafft ihr es, die Leute einzubinden?

Inzwischen nimmt dieser Bereich mit am meisten Zeit in Anspruch. Es lohnt sich, wie wir finden, und wir versuchen, uns gerade hier immer weiter zu verbessern. In diesem Jahr wurde Dank der Hilfe einer extra für Festivals programmierten Datenbank, dem sogenannten Crewtool, vieles digitalisiert, was insbesondere die Kommunikation und Planung in den einzelnen Crews verbessert hat. Dieses Tool wurde von Veranstaltern des „Open Flair Festivals“ im letzten Jahr programmiert, mit denen wir seitdem eng zusammenarbeiten, um dieses Programm zu optimieren. Hinzu wird natürlich viel auf Facebook, aber eben auch auf anderen Wegen um Hilfe geworben. Das Meiste geschieht aber selbstredend über die Mundpropaganda unserer Helfer, die teilweise schon seit der ersten Ausgabe des Festivals dabei sind.

Welche Aufgaben konkret übernehmen die Ehrenamtler vor Ort?

Eigentlich alle – ausgenommen den Bereich Sicherheit, da sind ausschließlich Profis am Werk. Die gesamte Planung und Organisation. Die Masse hilft uns als Ordner, in der Gastronomie im Backstage oder beim Aufbau bzw. Abbau. Aber auch fast alle Veranstaltungstechniker arbeiten ehrenamtlich. Im Prinzip findet man bei uns von Handwerkern über Kellner bis zum Kameramann überall Kräfte, die nicht bezahlt werden.

Geld bekommen sie also nicht. Gibt es eine anderweitige, nicht-finanzielle Entschädigung?

Neben Getränken und Essen erhalten die Helfer natürlich freien Eintritt an allen Tagen und auf Partys während des Festivals. Sie können auf dem Gelände übernachten und es gibt kleine Andenken in Form von Merch-Artikeln und Vergünstigungen für Shirts etc. Zudem veranstalten wir jedes Jahr einen Crewabend mit anschließender Party.

Spenden für Horst

Spendenkonto:

HORST Musik- und Kulturförderung e. V., Stadtsparkasse Mönchengladbach, BLZ 31050000, Konto: 3519956. Verwendungszweck: Horst für alle – alle für Horst

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