Zwischen Denkmalschutz und Moderne

Intendant Wilfried Schulz | Foto: Thomas Rabsch

Die Kosten für die Renovierung des Schauspielhauses werden voraussichtlich doppelt so hoch wie geplant: Die Prognosen schwanken zwischen 30 und 50 Millionen Euro.  Jetzt ruft ein Kuratorium, welches die Sanierung vorantreiben möchte,  Theaterfreunde, Architekturfans und Lokalpatrioten auf den Plan: Ideelle und materielle Unterstützung sind gleichermaßen willkommen.

Das Projekt soll 2020 beendet sein, passend zum 50. Jubiläum des Gebäudes. Dabei trifft es sich gut, dass gerade die Phase III, die Optik des Publikumsbereiches, bezahlt werden soll vom Publikum aus Düsseldorf und darüber hinaus. „Das Ziel ist es, die Kosten von 12 Millionen Euro für den öffentlichen Bereich zu 50 Prozent aus Spenden zu finanzieren“, so Wilfried Schulz, Generalintendant des Schauspielhauses. Die andere Hälfte übernehmen Stadt und Land. Das Gebäude wird unter Mitarbeit des Denkmalschutzes den Bedürfnissen von heute angepasst. Es werden Garderoben, Möbel und Toiletten erneuert, sowie der Fahrstuhl, welcher seit sieben Jahren außer Betrieb ist. Er wird durch einen gläsernen Aufzug ersetzt, auch um das Haus barrierefrei zu machen. Der Vorsitzende der Fortuna Düsseldorf Robert Schäfer spricht sich für den Erhalt der architektonischen Ikone aus. Auch Wilfried Schulz formuliert das Ziel einer Symbiose zwischen Denkmalschutz und Anpassung an moderne Bedürfnisse.

Fünf Kurzfilme
Sönke Wortmann ist auch Mitglied des 24-köpfigen Kuratoriums. Er hat auch bereits am Schauspielhaus inszeniert und möchte dies wieder tun. „Ich helfe also aus egoistischen Gründen“, scherzt Wortmann. Er wurde gebeten auch filmisch um Spenden zu werben. In diesem Rahmen entstanden fünf Kurzfilme, die sich augenzwinkernd mit den Unstimmigkeiten des Gebäudes auseinandersetzen, wie zum Beispiel das Warten auf den Aufzug  oder die Panik in der Schlange vor der Damentoilette nach dem dritten Gong. Hier ist eine junge Frau zu sehen, die verzweifelt auf der Suche nach einer Toilette durch das Schauspielhaus hetzt, während der Gong, der die Fortsetzung der Vorstellung ankündigt immer häufiger ertönt. Als sie endlich ihr Ziel erreicht hat, dreht sich eine lange Schlange von Frauen, die das gleiche Ziel haben, zu ihr um.
Die Filme finden sich auf der Internetseite des Schauspielhauses, ebenso wie der Link zur Spendenmöglichkeit. Wer einen Obolus beiträgt, wird auch bekannt gegeben. Wer das nicht möchte, kann das an entsprechender Stelle verhindern. Wessen Geldbeutel weniger hergibt, der kann auch einen Ansteck-Pin in Form des Schauspielhauses – anders als das Original allerdings in Orange - für zehn Euro käuflich erwerben, die zu 100 Prozent für die Sanierung eingesetzt werden.