DU it yourself: Leerstand als Chance

| Foto: Sebastian Lehmann

Eine Stadt schrumpft. An keinem anderen Ort im Ruhrgebiet ist der Strukturwandel so sichtbar wie in Duisburg. Nicht nur zahlreiche Industriebetriebe haben sich in den letzten drei Jahrzehnten aus der Stadt verabschiedet, sondern mit ihnen mehr als 100 000 Menschen. Ganze Stadtteile verwaisen, weil Wohnraum ebenso wenig neu vermietet wird, wie geschlossene Ladenlokale.

Die Anfang 2011 ins Leben gerufene Kampagne „DU it yourself“, die sich bereits dem Namen nach für bürgerschaftliches Engagement stark macht und ein selbstverwaltetes sozio-kulturelles Zentrum in Duisburg fordert, steht der schleichenden Verwaisung nicht bloß negativ gegenüber, sondern wirft die Frage in den Raum: „Ist die Auswirkung – der Leerstand – nicht erst ein Problem, wenn er leer bleibt? Wird nicht auch gleichzeitig Raum frei, um Neues zu erschaffen?“ Ihre Antwort darauf folgt auf dem Fuß: „Der Leerstand ist erst mal eine Chance für unkommerzielle Einrichtungen, die aus Eigeninitiative und sozialem Engagement getragen werden, von Menschen, die hier leben und tätig sein wollen.“

Da die „DU it yourself“-Protagonisten sich aber von den Vertretern der Stadt im Rathaus nicht nur nicht unterstützt, sondern in ihrem Bestreben sogar behindert fühlen, haben sie für den 6. September die 3. Nachttanzdemo angemeldet. „Für die unkommerzielle Nutzung von Leerstand ist politischer Druck nötig und letztlich eben ,selber machen', sich die Stadt wieder aneignen.“

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